Der Deal mit Adidas dürfte den Schatzmeister des 1.FC Union erfreuen. Durch den Klassenerhalt kommt da mehr Kohle zusammen, als noch bei Vertragsabschluss 2019 gedacht. Aber die Fans müssen noch warten. Und künftig wohl etwas tiefer in die Tasche greifen für Trikots.  Foto: imago images/Action Pictures

Eine neue Zeitrechnung hat beim 1.FC Union begonnen. Alles neu macht jetzt nicht der Mai, sondern der Juli. Es ist zwar schon seit geraumer Zeit bekannt, dass die Köpenicker mit dem weltbekannten Sportartikel-Hertsteller Adidas eine fünfjährige Partnerschaft eingehen. Dennoch wurde auf Homepage der Eisernen am Mittwoch noch mal ausdrücklich darauf hingewiesen.

Und nun? Erst einmal nichts. Zumindest in den eisernen Zeughäusern glänzten die drei Streifen mit vornehmer Abwesenheit. Für den geneigten Fan heißt es derzeit in Anlehnung an Samuel Becketts weltberühmtes Theaterstück „Warten aufs Trikot!“ 

Alles nachvollziehbar in Zeiten der Corona-Pandemie, die eben auch verhindert, dass ein neues Leibchen massentauglich in der Öffentlichkeit vorstellt werden kann. Heimlich still und leise passt eben nicht, wenn ein Jersey präsentiert werden soll.

Neben dem FC Bayern trägt nur Union in der Bundesliga Adidas

Ohne jeden Zweifel ist der Einstieg des Sportartikelgiganten aus Herzogenaufrauch eine Meilenstein in der Bekleidungsgeschichte der Eisernen. Denn die Franken, die sich gemäß ihrer neuen Firmenphilosophie eigentlich nur noch auf einige wenige Top-Klubs  beschränken wollten - in der Bundesliga wird nur noch der FC Bayern von ihnen  ausgerüstet -, machten für die Köpenicker eine Ausnahme und gaben ihren Einstieg bekannt, als nicht mal klar war, ob die Nachfahren der Schlosserjungs eventuell zweitklassig bleiben würden. 

Schon im Unterhaus sollte das den Franken 700.000 Euro im Jahr wert gewesen sein. In der Bundesliga dürfte die Summe im siebenstelligen Bereich liegen. Hinter den Kulissen war zu erfahren, dass einige ausgewählte Fans aus Unionkreisen übrigens beim Design des dritten Trikots mitwirkt haben sollen. Man kann auf jeden Fall gespannt sein.  

Nicht die einzige Textilfront, an der sich mit dem Monatswechsel etwas getan hat. Denn wenn auch die Drei-Streifen-Produkte auf sich warten lassen, gibt es für den zahlenden Kunden Erfreuliches bei den Merchandise-Produkten. Die Eisernen geben die vom Bundestag beschlossene Mehrwertsteuersenkung eins zu eins an ihre Anhängerschaft weiter. Vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 wird der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf 16 Prozent und der ermäßigte Satz von 7 Prozent auf 5 Prozent gesenkt.