Das Hinspiel ging an den großen Klub. Aber sportlich hat Union derzeit Oberwasser. Foto: Imago/Matthias Koch

Muss man noch mal betonen, dass das Wichtigste bei diesem Derby fehlt? Ja, leider. Ohne Fans ist nun einmal deutlich weniger Stimmung in der Stadt. Und doch wird dieses Spiel am Ostersonntag die Gemüter ausreichend beschäftigen. Egal wie es ausgeht. Häme, Spott und Hohn werden dem Verlierer auf Monate nachhallen. Auch, wenn keiner im Stadion sein kann. 

Viel war dieser Tage von einer möglichen Wachablösung in der Hauptstadt zu lesen. Gemach gemach, möchte man da sagen. Da ist bei manch einem der Wunsch wohl der Vater des Gedankens.  

Schon einmal wähnte man sich in der damals noch zweigeteilten Hauptstadt so weit. Blau-Weiß 90 kickte 1986/87 in der Bundesliga, die alte Dame dagegen nur in der damals drittklassigen Oberliga. Sogar zwei Jahre lang! Geändert hat das nichts. Auch, weil BW90 nur einen Sommer im Oberhaus tanzte. 

Hertha finanziell in einer anderen Liga

Dass die Vormachtstellung aber nicht zementiert sein muss, zeigen die Mitgliederzahlen beider Klubs, bei denen Union ein rasantes Wachstum hinter sich und derzeit sogar leicht die Nase vorne hat.

Natürlich gehört aber mehr dazu, als ein Jahr sportlich vor dem Rivalen zu stehen, um die Vormachtstellung des anderen zu brechen. Die finanziellen Dimensionen, die zwischen beiden Klubs liegen, sind zu groß. Selbst wenn die Blau-Weißen am Ende der Spielzeit womöglich den Gang ins Unterhaus antreten müssten, spielen sie dank der Windhorst-Millionen in einer anderen Liga.

Wenn es ihnen gelingt, diesen Betriebsunfall schnellstmöglich zu reparieren, dann wären die Grundvoraussetzungen im Sommer 2022 wieder so ähnlich wie jetzt. Vorausgesetzt Union hält auch ein drittes Mal in Folge überhaupt die Klasse.

Trotzdem: Ohne ausgebautes Stadion, ohne wachsende Zuschauer- und TV-Einnahmen, können die Köpenicker diese Kluft nicht so leicht schließen. Spaß, den „Big City Club“ von oben grüßen zu können, macht es aber trotzdem.