Macht nicht nur den linken Flügel stark. Unions Max Kruse: Foto: imago images / Camera 4

Im Allgemeinen ist eine Achse eine Gerade. Sei es als Koordinate oder als Mittellinie eines geometrischen Körpers. Auch Union besitzt so eine Achse. Doch die verläuft bei den Eisernen nicht zwingend linientreu, sondern eher im Zick-Zack!

Der Ausgangspunkt ist natürlich hinten bei Andreas Luthe, dem Ruhepol in der Hintermannschaft der Köpenicker. Der wird auch im Olympiastadion seinen Mann stehen dürfen. Trainer Urs Fischer ist zwar nicht verborgen geblieben, dass der 33-Jährige gegen Frankfurt am ersten Gegentreffer seine Aktien hatte, aber er bricht nicht den Stab über seinen 1,95 m großen Schlussmann. „Andy hat es in den Spielen gut gemacht, war präsent. Wir haben über das erste Tor diskutiert, das kann man besser verteidigen. Dieses Querzuspiel war etwas zu einfach, aber solche Dinge geschehen. Für mich entscheidend war, wie wir den Ball in der Vorwärtsbewegung bei einem Einwurf verloren haben“, so Fischer- Spekulationen, eines Fachmagazins und eines Fußball-Internetportals, dass es schon beim Derby zu einer Wachablösung durch Loris Karius kommt, können wir also getrost mal hinten anstellen.

Doch schon vor Luthe schlägt die Achse einen Haken nach rechts zu Christopher Trimmel. Unions Capitano, der auf seine alten Tage wieder eine wichtige Rolle als Backup in Österreichs Nationalelf spielt, fest zum 23er-Aufgebot zählt, ist der unermüdliche Antreiber bei den Eisernen. Seine Vorstöße und Standards werden auch gegen Hertha BSC gefragt sein.  Dass die Eisernen mittlerweile nur noch 28 Prozent ihrer Treffer nach ruhenden Bälle erzielen und nicht mehr 44 Prozent wie in der Vorsaison, ist aber eher als Indiz für ihre spielerische Weiterentwicklung zu sehen, denn als Gegenbeweis dieser These.

Was auch - zack in die Mitte geschwenkt - mit Christian Gentner zu tun hat. Der 35-Jährige ist zwar laut Fischer auf „einem guten Weg“ zurück, aber gegen die Blau-Weißen muss er noch weiter  passen. Kein Problem, derzeit hat ja Robert Andrich mehr als nur einen guten Lauf, ist mit drei Treffern zweitbester Schütze der Köpenicker und mit seiner körperlichen Robustheit ein zentraler Punkt auf der Zick-Zack-Achse der Eisernen. 

Die nun nach ganz links ausschwenkt. Zu Max Kruse eben. Die Fähigkeiten des 32-Jährigen anzupreisen, würde den Rahmen dieser Erzählung sprengen. Machen wir es also kurz: „Hoffentlich wird er wieder wichtig. Ist ja seine Aufgabe bei uns. Er ist ein toller Junge, auch immer wieder für einen Spaß bereit und wichtig für die Mannschaft. Da ist es ein Geben und Nehmen. Natürlich bin ich froh, dass es im Moment so gut läuft“, so Fischer über seinen Spielmacher-Stürmer. 

Unions Achse läuft also im Zick-Zack. Aber sie ist auf gradlinigem Kurs Richtung Klassenerhalt. Und daran soll sich auch nach dem Derby nichts geändert haben.