Kommt vom HSV zu den Eisernen: Innenverteidiger Rick van Drongelen. imago/Jan Huebner

Der Nächste, bitte! Neuzugang Nr. 9 ist da. Vom Hamburger SV kommt Innenverteidiger Rick van Drongelen zu den Eisernen.

Im Internet kursiert derzeit ein Meme bezüglich des Transfergebarens der Eisernen. Es zeigt ein Bild aus dem Pixar-Klassiker „Findet Nemo“, auf dem aufgeregte weiße Möwen mit dem Union-Logo auf der Brust laut „Meins“ kreischen. Betitelt ist das ganze mit der Überschrift „Oliver Ruhnert, wenn er einen vertragslosen Spieler sieht“.

Das ist Oliver Ruhnerts Beuteschema

In der Tat ist bei den Köpenickern ein Beuteschema auszumachen. Deutschsprachig, mit Bundesligaerfahrung und preiswert respektive ablösefrei. Oft sind es Kicker, die anderswo unterschätzt wurden. Gern auch jung und entwicklungsfähig und vor allem frühzeitig bereit, sich zu binden.

Ein im Internet grassierendes Meme zu Oliver Ruhnerts Transferverhalten.

Machen wir kurz den Faktencheck für van Drongelen. Jung? 22 Jahre alt. Passt. Deutschsprachig? Als Niederländer ist das von Haus aus oft schon der Fall. Zudem kam der Innenverteidiger schon 2017 zum Hamburger SV, wo er immerhin noch 18 Erstligakicks in der Abstiegssaison absolvierte. Stimmt also auch. Ablösefrei? Nicht ganz.

Der 1,85 m große Innenverteidiger, der aus dem Nachwuchs von Sparta Rotterdam stammt und im Nachbarland auch U21-Nationalspieler gewesen ist, hat noch einen ein Jahr gültigen Vertrag beim einstigen Bundesligadino. Doch an der Elbe setzt Neutrainer Tim Walter – Sie wissen schon, der mit dem Vorwurf, dass Union nicht Fußball spielen kann, was ihm einen süffisanten Anruf von Manuel Schmiedebach in der Aufstiegsnacht im Mai 2019 einbrachte – auf Neuzugang Sebastian Schonlau und Ex-Union-Star Toni Leistner.

Rick van Drongelen kostet Union rund 500.000 Euro

So wurden van Drongelen keine Steine in den Weg gelegt für seinen Wechsel nach Köpenick. Die Ablösesumme wird auf rund 500.000 Euro taxiert.  Auch, weil der Blondschopf ein echtes Seuchenjahr hinter sich hat. Erst zog er sich einen Kreuzbandriss zu. Dann verletzte er sich ausgerechnet beim Comeback im Stadtderby gegen St. Pauli. Diesmal nur einen Innenbandriss im Sprunggelenk. Aber es langte, dass van Drongelen zu nicht mehr als vier Einsätzen in der Saison kam.

Am Dienstagvormittag absolvierte van Drongelen den Medizincheck in der Haupstadt, am Nachmittag wurde der Wechsel bestätigt. Als Linksfuß würde er die Lücke schließen, die Union in den letzten beiden Spielzeiten mit den Leihen der Gebrüder Schlotterbeck jeweils nur temporär gefüllt hatte.

Unions Mananger Oliver Ruhnert: „Rick ist ein Mentalitätsspieler, der trotz des jungen Alters bereits einiges erlebt hat. Wir wissen um seine Qualitäten und freuen uns auf einen entwicklungsfähigen und hochmotivierten Spieler.“