Max Kruse findet sich zunehmend besser im Spiel der Eisernen ein. Foto: imago images/Bernd König

Sie wollten es behutsam angehen. Ihn langsam aufbauen. Doch gegen Freiburg beim 1:1 (1:1) hieß es schon volle Pulle Kruse. Der Mittelfeldstürmer der Eisernen musste gegen die Breisgauer über die maximale Distanz gehen. Viel früher als geplant. 

Mit Maxday statt Matchday hatte Kruse die Partie vorher bei Instagram betitelt und wurde damit sogar zum Propheten. „Kruse Max ist noch nicht auf dem Level, wo er hin will. Aber er ist weite Wege gegangen war voll im Spiel“, lobte Unions Trainer Urs Fischer seinen Starspieler. In den ersten vier Saisonspielen der Köpenicker hatte der 32-Jährige zwar immer mitgewirkt, aber nie über 90 Minuten. Gegen Augsburg kam er in den letzten 19 Minuten des Spiels, in Gladbach waren es dann schon 32 Minuten. Danach setzte Fischer sogar auf ihn als Startelfspieler. Dabei erlebte er den Schlusspfiff aber stets auf der Bank (64 Minuten gegen Mainz/77 Minuten auf Schalke). 

Die Bilanz bisher: ein Tor, ein Assist. Am Sonnabend: starke Übersicht und viele Ideen. An der Spritzigkeit ist noch zu arbeiten, auch wenn das gegen Freiburg schon deutlich besser aussah bei dem Ex-Nationalspieler. Und in der 51. Minute wollten viele schon frohlocken, doch nach zwei Finten im Strafraum wurde Kruse kurz vor der Idealposition in letzter Sekunde von Freiburgs Dominique Heinz geblockt. 

„Natürlich ist er ein schlauer Spieler, ein Kreativspieler. Er hat viel gearbeitet. Manchmal sind die lange Wege die richtigen, manchmal die kurzen. Am Schluss müssen es die richtigen sein“, meinte Fischer und gab damit indirekt zu verstehen, dass auch bei Kruse und dem Team die Bindung noch enger werden muss.

Fischer gibt Entwarnung bei Trimmel

Geplant war übrigens nicht, dass Kruse durchackern soll. Union wollte ihn weiter ruhig aufbauen, auch um die Gefahr eines Rückschlages auszuschließen. „Am Schluss musste er über die volle Distanz, weil wir mit Trimmel in der 80. Minute den letzten Tausch gemacht hatten, es gab schon die Überlegung, mit Teuchert frischen Wind zu bringen“, so Fischer.

Bei Unions Capitano, der bis zu seiner Auswechselung auch einiges hatte einstecken dürfen von Freiburgern,  einmal sogar nah an der Elfmetergrenze, hatte ein Muskel zugemacht. „Es war eine Ermüdung. Und wir haben genügend Jungs auf der Bank“, gab Fischer am Sonntag Entwarnung, dass der Österreicher keine schlimmere Blessur davongetragen hat. Ein Satz, der erleichterte und indirekt auch ein Lob für Julian Ryerson (O-Ton Fischer: „Er weiß, dass wir Vertrauen zu ihm haben“) gewesen ist. 

Zurück zu Kruse. „Er ist auf einem guten Weg, aber da haben wir auch noch Luft. Wenn man sieht, wie lange er weg war, das spricht für ihn und den vorsichtigen Aufbau mit ihm. Sei es in der Reha oder Athletik, wir sind auf dem richtigen Weg“, war Fischer grundsätzlich erbaut über seinen spielmachenden Stürmer.