Und hoch das Bein! Unions Andreas Voglsammer bei seinem Kunstschuss zum 1:0 im Stadtderby im Pokal-Achtelfinale bei Hertha BSC. 
Und hoch das Bein! Unions Andreas Voglsammer bei seinem Kunstschuss zum 1:0 im Stadtderby im Pokal-Achtelfinale bei Hertha BSC.  AFP/Tobias Schwarz

Wenn es läuft, läuft es. Unions Mittelstürmer Andreas Voglsammer ist da derzeit das klassische Beispiel. Knapp dreieinhalb Monate konnte der 30-Jährige das Runde nichts ins Eckige befördern. Der letzte Treffer datierte vom 30. September in der Conference League gegen Haifa. Nun traf er binnen fünf Tagen gleich zweimal. Erst in der Liga gegen Hoffenheim. Und dann im Pokal im Derby, wo ihm neben seinem Kunstschuss zum 1:0 beinahe noch der Doppelpack gelungen wäre. Nur dass Herthas Niklas Stark die Kugel vor dem einschussbereiten Blondschopf zum 2:0 ins eigene Netz befördert hatte. 

Der gebürtige Rosenheimer nutzt die Chance, die sich durch die Abwesenheit des beim Afrika-Cup weilenden Taiwo Awoniyi ergibt. Der wurde bei Nigerias letztem Vorrundenspiel – dem 2:0 gegen Guinea-Bissau – geschont, sollte aber im Achtelfinale der Super Eagles am Sonntag gegen Tunesien (20 Uhr, DAZN) wieder eine Rolle spielen. Voglsammer, im Team nur Vogi gerufen, konnte Awoniyi zwar nicht vergessen machen, aber er zeigte, dass er da ist, wenn er gebraucht wird.

Voglsammer erleichtert über seine Tore

Eine Erleichterung für Union und ihn selber. „Da ist schon ein bisschen Druck von den Schultern gefallen“, meinte er nach seinem zweiten Ligator, dem 1:1 beim 2:1-Sieg gegen Hoffenheim. Zuvor hatte er nur Mitte September beim 2:4 in Dortmund einnetzen können. Umso verständlicher, dass der Man of the Match beim Derby nun allerbeste Laune hat und vor Tatendrang nur so sprüht.

„Als Stürmer will man der Mannschaft immer mit Toren helfen. Das ist mir in den vergangenen Wochen und Monaten nicht so gelungen. Deshalb war es jetzt sehr, sehr wichtig für mich“, meinte Voglsammer und möchte am Sonnabend in Gladbach (15.30 Uhr, Sky) gleich daran anknüpfen.

Fischer watscht Reporter ab

Wer nun die Geheimnisse des Aufschwungs ergründen wollte und Trainer Urs Fischer nach der Entwicklung des Stürmers fragte, wurde schön ausgebremst vom Schweizer Fußballlehrer. „Da schießt er mal zwei Tore und dann spricht man gleich wieder von Entwicklung. Er hat sich vorher schon unermüdlich gezeigt und halt nur vom Trainer nicht die Zeit bekommen, die er sich gewünscht hätte. Das gehört zum Fußballerdasein. Er hat auf seine Möglichkeit gewartet und jetzt zurückgezahlt“, so Fischer mit leicht schmollendem Unterton. 

Kraftpaket Voglsammer wird von Fischer dennoch geschätzt. Auch weil er sehr mannschaftsdienlich ist. „Er hat das gegen Hertha wirklich gut gemacht solange die Kraft gereicht hat. Nicht nur im Spiel nach vorne, sondern auch in der Rückwärtsbewegung. Er hat immer wieder versucht, die Räume dicht zu machen, hat alles zugestellt“, so der 55-Jährige.

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