Rund 40 Fans des 1. FC Union nehmen rund 30 Minuten nach Mitternacht zur Aufmunterung den Mannschaftsbus von Union am Stadion An der Alten Försterei mit bengalischen Feuern in Empfang. Foto: Matthias Koch

Es war so gegen 0.30 Uhr, als der Mannschaftsbus der Eisernen in Köpenick wieder auf den Hof rollte, als der dunkle Nachthimmel auf einmal gleißend hell wurde. Rund 40 Unionfans hatten sich vor den Stadiontoren der Alten Försterei versammelt, um ihre Derbykämpfer zu empfangen. Mit einem weithin sichtbaren Feuermeer aus Pyros und bengalischen Fackeln hießen sie die Jungs willkommen, die zuvor im Olympiastadion beim 1:3 gegen Hertha alles gegeben hatten, auch wenn es nicht gereicht hatte. 

Trainer Urs Fischer, den die Niederlage am Tag nach dem Spiel fast noch mehr wurmte als unmittelbar beim Abpfiff,  nahm es erfreut auf. „Ich habe das als Aufmunterung empfunden. Es war ja dann auch noch spät. So eine Unterstützung zu bekommen, das ist Balsam auf die Wunden“, meinte der Schweizer Fußballlehrer. 

Mehr als Salz in ihren Wunden müssen es aber die den Bus eskortierenden Ordnungshüter empfunden haben. Die hatten das Gefährt an der Straße an der Wuhlheide, als es auf der Gegenspur zur Einfahrt entlangrollte, eigentlich schon verlassen. Beim Anblick des hellerleuchtenden Nacht-Himmels, drehten sie postwendend um, um nach dem Rechten zu sehen. 

Kein Vorwurf an Andrich

Die Stimmung im Team war erheblich gedrückt. Allen voran natürlich bei Robert Andrich, der durch seine unnötige Rote Karte die Niederlage erst mit eingeleitet hatte. „Natürlich war er enttäuscht. Nur, du kannst es ja nicht mehr rückgängig machen. Er bekam auch nicht den Vorwurf, denn ich glaube, so eine Aktion gehört zum Fußball dazu. Da habe ich viele ähnliche Aktionen im Kopf“, wollte Trainer Urs Fischer aber nicht den Stab über seinen diesmal Zu-Aggressiv-Leader brechen. 

Im ersten Moment wollte Fischer sich echauffieren. Doch nach Anblick der Fernsehbilder kam er zu dem Schluss, dass der Platzverweis seine Berechtigung hatte.

Doch als Team gewinnt man zusammen und verliert  zusammen. „Natürlich bekam er in der Kabine auch aufmunternde Worte. Kein Vorwurf an Rob. Daraus muss er lernen. Das muss er mitnehmen für die Zukunft. Sich mal ein bisschen anders zu verhalten, das ist immer einfach gesagt. Fußball ist nun einmal Kontaktsport, da passiert so etwas halt auch. Diesmal war er aber zu hart“, sagte Fischer und blickte schon wieder nach vorn. „Ich hoffe, er wird nicht allzu lange gesperrt.“ Nach bisheriger Rechtsprechung beim DFB darf man davon ausgehen, dass Andrich nicht nur den Kick gegen den FC Bayern verpasst, sondern auch gegen Stuttgart in der englischen Woche fehlen wird.