Oliver Ruhnert, Manager des 1. FC Union, muss auch in dieser Transferphase viele knifflige Entscheidungen treffen. 
Oliver Ruhnert, Manager des 1. FC Union, muss auch in dieser Transferphase viele knifflige Entscheidungen treffen.  Imago/Team 2

18 Grad, kaum Wolken, viel Sonne. Perfekte Bedingungen für den 1. FC Union, um sich im Trainingslager an der spanischen Costa Blanca für die Rückrunde zu wappnen. Dass der eiserne Erfolg nicht nur vom Trainingslager, sondern auch vom Transfermarkt abhängt, zeigten die vergangenen Jahre. Und auch diesmal wartet auf Manager Oliver Ruhnert viel Arbeit und einige knifflige Entscheidungen. Verlängern oder verkaufen? Knoche, Khedira und Kollegen: Ruhnert bleiben noch 26 Tage.

Seit Wochen, ja Monaten, dreht sich alles beim 1. FC Union um Sherlado Becker (27). Der Topscorer (7 Tore, 4 Vorlagen) ist ja nicht nur in Köpenick in aller Munde, sondern steht auch bei Klubs aus seiner Traum-Liga in England auf der Liste. Bleibt Becker oder geht er? Damit kann der 1. FC Union tatsächlich entspannt umgehen.

Der Grund: Becker verlängerte seinen Vertrag erst vergangenen Sommer. Auch wenn die Laufzeit wie meist beim 1. FC Union geheim bleibt, ist klar: Sollte Becker Union verlassen, klingelt die Köpenicker Kasse.

1. FC Union: Knoche, Khedira, Ryerson sind pikante Personalien

Union-Präsident Dirk Zingler (l.) mahnt, will nicht zu viele Spieler ablösefrei verlieren.
Imago/Contrast
Union-Präsident Dirk Zingler (l.) mahnt, will nicht zu viele Spieler ablösefrei verlieren.

Weitaus mehr Druck auf dem eisernen Kessel herrscht bei einigen von Beckers Kollegen. Nein, die unzufriedenen Kevin Möhwald (29), Levin Öztunali oder Milos Pantovic (beide 26) gelten zwar auch als Wechselkandidaten, sind aber nicht gemeint. Und ja, so viel ist dann doch durchgesickert, auch die Verträge von Kevin Behrens, Niko Gießelmann (beide 31) und Oldie but Goldie Christopher Trimmel (35) laufen im Sommer aus.

Richtig pikante Personalien sind aber Robin Knoche (30), Rani Khedira (28) und Julian Ryerson (25). Das Trio ist eine tragende Säule unter Trainer Urs Fischer (56) – und steht im Sommer ebenfalls ohne Vertrag da. Dabei gilt das einst von Union-Präsident Dirk Zingler (58) ausgerufene eiserne Gesetz der Wirtschaftlichkeit weiterhin: „Wichtig ist, dass wir auf diesem Niveau nicht so viele Fehler machen und zu viele Spieler etwa ablösefrei gehen lassen.“

1. FC Union: Wer auf drei Hochzeiten tanzt, sollte nicht zu viel Substanz verlieren

Bedeutet für Ruhnert: Verkaufen oder verlängern. Dass Unions Manager sich daran ohne Rücksicht auf sportliche Verluste hält, beweisen die Verkäufe von Robert Andrich (28) im Sommer 2021 und die Winter-Transfers des vergangenen Jahres von Marvin Friedrich (27) und Max Kruse (34). 

Leichter wird diese Transferperiode nicht. Wer auf drei Hochzeiten tanzt, sollte nicht all zu viel Substanz verlieren. Welcher Spieler den 1. FC Union noch diesen Winter verlässt, wird sich schon bald zeigen. Bis zum 31. Januar ist das Transferfenster geöffnet. Ruhnert bleiben also noch 26 Tage.

Das Gute: Transferzeit ist Ruhnert-Zeit. Meist war der 51 Jahre alte Manager auf anstehende Abgänge bestens vorbereitet. 

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