Wird es weiter nur leere Stehplatzränge beim  1. FC Union?  Foto: 1.FC Union/Pool

Das riecht nach Ärger und wäre ein Schlag ins Gesicht für den 1.FC Union, der sich getreu der Devise "Alle oder keiner" darum bemüht, die Fans wieder ins Stadion zu lassen. Ein Maßnahmenpaket der DFL für die Rückkehr der Zuschauer, über das am Dienstag in einer Vollversammlung abgestimmt werden soll, erregt die Gemüter. 

Keine Gästefans bis zum Jahresende, keine Stehplätze und kein Alkohol bis mindestens 31. Oktober: Bei der teilweisen Rückkehr in die Fußball-Stadien steht den Fans möglicherweise eine extreme Umgewöhnung bevor. Auch wenn die DFL nicht müde wird, den provisorischen Charakter dieser Maßnahmen hervorzuheben. Gerade für die Eisernen wäre aber ein Stehplatzverbot noch ein weiteres Mal hochgradig brisant. 

Bislang ging man davon aus, dass um die 4.100 Besucher in die Alte Försterei dürften. Ungefähr 1.800 Fans würden Sitzplätze auf der Tribüne belegen dürfen und rund 2.300 Stehplätze wären zugelassen. Wenn die Stehplätze nun gestrichen werden, würde das die Kapazität noch einmal drastisch verringern. Selbst die für Berlin bis zum 24. Oktober geltenden Vorgabe, dass es keine Großveranstaltung mit mehr 5000 Besuchern geben darf, wäre damit um rund 60 Prozent unterschritten. 

Anmarschsituation ist schwierig

Über die einheitlichen Richtlinien werden die 36 Profiklubs aus den ersten beiden Ligen am kommenden Dienstag (4. August) abstimmen. "Die Auswirkungen der Corona-Pandemie erfordern weiterhin hohe Wachsamkeit und erhebliche Anpassungen gewohnter Verhaltensweisen in vielen gesellschaftlichen Bereichen", hieß es in der DFL-Mitteilung, die gerade in den Anmarschwegen erhebliches Gefährdungspotenzial sieht. 

Für Unmut bei Fans wird auch sorgen, dass alle Tickets personalisiert werden müssten. Dazu käme auch noch der Verzicht auf das übliche Gästekontingent von mindestens zehn Prozent der gesamten Eintrittskarten, um das Reiseaufkommen zu minimieren, sowie ein Alkoholverbot im Stadion.

"Stadionbesuche erst dann wieder möglich machen, wenn alle ins Stadion dürfen", lautete etwa die am Sonntag auf Facebook verbreitete Botschaft des Schalker Fan-Club Verbands. Ein Aufruf zum Boykott sei dies zwar nicht, aber die Forderung solle freilich nicht nur auf Schalke gelten: "Wünschenswert wäre, wenn die DFL hier einen einheitlichen Beschluss fassen würde."