Unions Trainer Urs Fischer war wie immer voll engagiert beim 1:0-Sieg seiner Eisernen in Bochum.  Imago

Ticket gebucht? Check. PCR-Test gemacht? Check. Ein letztes Mal mit der Mannschaft beim gemeinsamen Frühstück zusammengesessen und dann hieß es für Unions Trainer Urs Fischer ab in den Flieger in die Schweiz. Über die Festtage steht nur die Familie im Vordergrund, nicht mehr der Fußball. Doch viel Zeit bleibt dem 55-Jährigen nicht in der Heimat. Schon am 1. Januar muss er in aller Herrgottsfrüh am Flughafen sein, weil bei den Eisernen an Neujahr um 14 Uhr der Trainingsauftakt ist. Vor seiner Abreise nahm der Schweizer Fußballlehrer sich noch die Zeit, um die letzten sechs Monate Revue passieren zu lassen. Urs Fischer über … 

… die kommenden Feiertage: Bei der Distanz sieht man sich nicht so häufig. Da freut man sich einfach drauf, die Familie mal wieder um sich zu haben. Gemeinsam zu Essen. Als Kind kann ich mich an Schinkenrollbraten mit gedörrten Bohnen und Kartoffeln zu Weihnachten erinnern. Man macht in der Schweiz auch Fleisch-Fondue. Ich versuche nicht, an Fußball zu denken. Was mir meist auch gelingt. Das ist wichtig, wenngleich es das ein oder andere Gespräch über Fußball doch geben wird.

… Geschenke: Die Kinder sind alt genug.  Wir nehmen uns jedes Jahr vor, uns nichts zu schenken, und dann liegen da trotzdem immer Pakete unter dem Weihnachtsbaum. Weihnachten ohne Geschenke, das geht ja nicht.

Fischer freut der ungewohnte Sieg vor Weihnachten

… das letzte Spiel in Bochum: Es ist das erste Mal, dass wir das letzte Spiel vor Weihnachten gewinnen konnten. Das hat ja gegen Aue, Düsseldorf oder Paderborn im Pokal nicht geklappt. Das ist ein gutes Gefühl. Das nimmst du mit. Diese drei Punkte waren noch mal ganz wichtig.

… die 27 Punkte: Einer weniger als im letzten Jahr? Das ist ja ’ne Krise. Nein, natürlich sagst du immer, der eine oder andere mehr hätte es sein können. Aber eben auch der eine oder andere weniger. Manchmal hatten wir auch Glück. Das gleicht sich aus. Die 27 Punkte haben wir uns verdient, wenn man an die hohe Belastung denkt. Das waren wir natürlich ja nicht gewohnt.

… den Abstand nach unten und nach oben: Die Liga ist so ausgeglichen, mal abgesehen von den Bayern. Von Platz zwei bis unten, das ist so eng. Wenn man eine Serie hat, macht man Sprünge nach oben. Wenn du dreimal verlierst, rutscht du ganz schnell ab. Jeden Punkt musst du dir erkämpfen. Egal, gegen wen. Da soll man nicht so weit nach vorne schauen. Das werden noch 17 sehr interessante Spiele in der Rückrunde.

Europa-Aus keine Enttäuschung für Fischer

… seine größte Enttäuschung: Natürlich hätte ich gerne in der Conference League überwintert. Wir waren nahe dran, aber es hat nicht ganz gereicht. Enttäuschung ist da aber das falsche Wort. Ich bin nur nicht zufrieden damit. Die Auslosung habe ich mir nicht angeschaut. Das mache ich nie, wenn wir nicht in einem Topf dabei sind. Aber natürlich weiß ich, dass wir gegen Fenerbahce gespielt hätten. 

… seine Ansprache an die Mannschaft: Ich werde den Jungs einfach gratulieren. Weil sie ein außergewöhnliches Jahr gespielt haben. Ja, außergewöhnlich trifft es am besten. Sie haben etwas geschafft, was keiner so auf dem Zettel hatte. Erst die Qualifikation für Europa und nun die 27 Punkte.

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