Christopher Trimmel  & Co. wollen sich weiter nur mit der jeweils anstehenden Aufgabe beschäftigen.  Foto: dpa/John Macdougall

Der 1. FC Union auf Europacup-Kurs? Diese von außen an die Eisernen herangetragenen Ansprüche perlen an den Köpenickern ab. Wie die Bayern und Dortmund kann zwar auch Wolfsburg in Köpenick nicht gewinnen. Die Eisernen beharren aber auf ihrer Sprachregelung: Der Klassenerhalt sei alles, was zähle. 

Der Rest der Republik, also alle außerhalb des eisernen Landstriches, fragt sich aufgeregt, wie lange hält Urs Fischer das noch durch? Das Reizwort Europapokal bereitete dem Erfolgstrainer des 1. FC Union fast schon physisches Unbehagen. Locken ließ sich der Coach der Eisernen aber wieder nicht. „Das Wort nehme ich nicht in den Mund“, stellte der Schweizer zum x-ten Mal kategorisch und mit leicht maulendem Unterton fest. Man fahre weiter gut damit, nur von Spiel zu Spiel zu denken, sich auf die kommende Aufgabe zu konzentrieren und dann mal zu schauen.

Die Fans wollen ohnehin nicht wirklich nach Europa. Es wäre eine Zusatzbelastung, an der sich schon so mancher verhoben habe. Und in der geliebten Alten Försterei könnte auch nicht gespielt werden. Nicht genug Sitzplätze. Dann lieber schön bescheiden bleiben und ein drittes Bundesligajahr feiern, dann vielleicht sogar wieder mit Zuschauern in einer Nach-Corona-Ära. 

Wenn jetzt Schluss wäre, wäre Rang 15 eine Sensation

Auch eine Hochrechnung, was denn so nötig sei, wollte Fischer nicht aufmachen. Erst wenn es rechnerisch feststehe, dass Union nicht mehr absteigen kann, dann könne man neue Überlegungen anstellen. Wobei Fischer erstmals nicht nur von den obligatorischen 40 Punkten ausgeht, die gemeinhin als sichere Marke angesehen werden. „Ob es 35, 36 oder 32 Punkte sind, ich habe das für mich nicht gerechnet. Es gilt weiter, und da teilt die Mannschaft meine Ansicht, so viel Punkte wie möglich zu holen“, so Fischer beharrlich.

Auch Manager Oliver Ruhnert tappte im ZDF-„Sportstudio“ nicht in die mehrfach gestellte Falle. Union habe derzeit einen Lauf, da könnten noch andere Zeiten kommen. „Wenn Schluss wäre, wäre es eine Sensation“, so Unions Manager über den Tabellenstand, der die Berliner als großes Überraschungsteam nach Europa bringen würde. Aber nach 34 und nicht nach 15 Spieltagen, so die Sprachregelung in Köpenick. 

Rechnerisch alles festmachen und dann mal schauen

Als warnendes Beispiel machte Ruhnert seinen Ex-Klub Schalke 04 aus. In der Vorsaison lag Königsblau nach 15 Spielen mit 28 Punkten, drei mehr als Union derzeit hat, auf Platz vier und geriet durch seinen unfassbaren Negativlauf noch in Abstiegsgefahr. 

Neue Saisonziele werde man also erst ausloben, wenn der Klassenverbleib sicher sei. „Entscheidend ist, dass es mathematisch nicht mehr möglich ist, dass du eingeholt werden kannst. Das gibt dir dann auch eine Sicherheit. Dann schauen wir mal, wie viele Spiele noch zu spielen sind und was eventuell noch möglich ist“, sagte der Union-Coach. Klingt nach einem Plan.