Max Kruse jubelt kaum über seinen Treffer, er  will lieber sein Team weiter antreiben. Foto: Imago/Jan Huebner

Saisontreffer Nummer neun und Nummer zehn. Ein wenig ging beim 2:5 in Frankfurt fast unter, dass sich Max Kruse am Main in blendender Verfassung zeigte. Sein zweiter Doppelpack der Saison. Wie schon beim 3:3 im Hinspiel. Nicht umsonst jubelt Trainer Urs Fischer, dass Kruse endlich so weit ist, wie er ihn sich immer gewünscht hatte.

Zwei Treffer fehlen dem 33-Jährigen noch, dann hat er sich zum Bundesliga-Rekordtorjäger der Eisernen emporgeschwungen. Noch rangiert Sebastian Anderson (jetzt Köln) mit einem Dutzend Toren auf Rang eins bei den Köpenickern in dieser Kategorie. Und natürlich fällt es vergleichsweise einfach, so eine Bestmarke aufzustellen, wenn ein Klub noch keine so lange Bundesligageschichte hat.

Kruse trifft alle 106 Minuten

Und doch sind diese zehn Treffer bemerkenswert. Gefühlt hat Kruse ja mehr als die halbe Saison gefehlt. Der gebürtige Reinbeker benötigte dafür gerade einmal 14 Partien, traf im Schnitt alle 106 Minuten. Andersson benötigte für seine Bestmarke ganze 33 Kicks, traf durchschnittlich alle 224 Minuten. 

„Ich glaube schon, dass Max einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht hat. Er kommt langsam in den Rhythmus und hat sich viel besser bewegt im Spiel mit dem Ball und auch gegen den Ball“, lobte Fischer seinen Torjägerspielmacher, der zudem an fünf Torschussvorlagen beteiligt gewesen war. Noch mehr im Spiel zu sein, geht eigentlich kaum. 

Union spielte Frankfurt in die Karten

Der Anschlusstreffer zum 2:4 in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit war übrigens erst der siebte Kopfballtreffer in der Karriere des 1,80 m großen Offensivgeistes, bei dem insgesamt bisher 84 Bundesligatore notiert sind. 

Kruse hätte dennoch lieber auf seinen Doppelpack verzichtet, wenn die Köpenicker dafür etwas Zählbares aus dem Hessenland mitgenommen hätten. „Wenn du drei Gegentore in sechs Minuten kassierst, ist das schwer aufzuholen. Uns hat die erste Halbzeit grundsätzlich nicht gefallen. Da haben wir uns breit ziehen lassen in die Länge. Das ist das ja genau, was Frankfurt will. Die haben oft drei Mann vorne stehen lassen. So kam es zu einem offenen Schlagabtausch. Das ist genau das, was wir uns gegen so eine starke Mannschaft nicht leisten dürfen“, grantelte der 33-Jährige mit dem Spielverlauf.