Unuionfans setzten den Protest gegen den DFB fort, diesmal auf etwas weniger derbe Weise,  Federico Gambarini/dpa

Leverkusen Natürlich hatte die ganze Fußballrepublik gebannt auf die Pokalplätze geschaut, wie sich der bundesweite Fanprotest dort entfalten oder weiter gestalten würde. Statt dumpfer Provokation herrschte dort im Wesentlichen Humor.

„Hopp, Hopp, Hopp, der DFB folgt im Galopp“, war auf einem Spruchband im mit 2000 Fans gut gefüllten Unionblock in Anlehnung an ein altes Kinderlied zu lesen. Na also, geht doch. Muss also nicht immer gleich ein Fadenkreuz sein. Wobei man aber ehrlicherweise zugeben muss, dass solcherlei Form des Protestes im Alltag sicherlich untergegangen wäre, hätten die Ultras nicht am verganegen Spieltag konzertiert eine derbe Marschroute verfolgt, um mediale Aufmerksamkeit zu erreichen. 

Der Anhang der Leverkusener wies auch auf die Ungleichbehandlung von Hopp-Ablehnung mit mangelndem Vorgehen gegen Rassismus hin. „Der DFB bricht sein Wort, schützt lieber Investoren statt Akteure im Fußballsport“, stand auf Transparenten im Bayer-Block. Dazu die Namen von Jordan Torunarigha (Hertha BSC) und Leroy Kwadwo (Würzburg), die unlängst von Zuschauern rassistisch beleidigt wurden.

Fans reagieren toll bei einem Notfall

Doch wichtiger noch war die Art und Weise, wie das gesamte Leverkusener Stadion reagiert hatte, als die Reanimierung eines zusammengebrochenen Fans im Block notwendig wurde. Eine halbe Stunde herrschte Schweigen. „Die Fans haben damit gezeigt, dass es Wichtigeres gibt als Fußball. Gesundheit steht an erster Stelle“, zollte Urs Fischer ihnen ein Kompliment.

Doch nicht nur in Leverkusen reagierte man auf die jüngsten Diskussionen über Hass und Hetze im deutschen Fußball. Den Eskalationsplan als solches nahmen Frankfurts Fans vor dem Anpfiff auf die Schippe. „Adi, meld’ dich, wenn du ne Spielunterbrechung brauchst“, so ihre Botschaft an Eintracht-Coach Adi Hütter. Auch nach der Pause blieben sie kreativ, entrollten zunächst ein Banner mit der Aufschrift "Dietmar Hopp du Sohn einer". Während alle ganz gebannt auf das Weitere warteten, wurde langsam das Wort "Mutter" hinzugefügt.