Andreas Luthe ist Unions alte und neue Nummer eins. Foto: Matthias Koch

Riesige Überraschung beim Auswärtsspiel der Eisernen auf Schalke. Statt Neuzugang Loris Karius stand plötzlich wieder Andreas Luthe zwischen den Pfosten - und die Leihgabe vom FC Liverpool nahm wieder auf der Bank Platz.

Warum sich die Unioner für den Routinier und nicht etwa für den früheren Champions-League-Torwart entschieden haben, erklärte Urs Fischer am Tag nach dem Spiel. „Nach der Verpflichtung von Loris haben wir uns natürlich im Trainerteam ausgetauscht und überlegt“, erklärte der Schweizer. „Entscheidend war dann, dass Andi seine Sache in den vergangenen Spielen sehr sehr gut gemacht hat. Wir waren als Mannschaft sehr stabil, hatten eine gute Grundordnung und eine gewisse Balance.“

Am Ende, so Fischer, sei es eine Entscheidung für Luthe und nicht gegen Karius gewesen, der die Entscheidung „sportlich“ aufgenommen habe und sich nun im Training anbieten soll. „Die Leistung auf dem Trainingsplatz unter der Woche spielt immer eine entscheidende Rolle“, so Fischer. Doch: „Klar ist, dass auf dem Feld eine häufigere Rotation stattfindet als im Tor. Im Moment haben wir uns da jetzt erst einmal festgelegt.“

Unions Trainer macht auch in der Torwartfrage das, was er in seinen zweieinhalb Jahren stets getan hat: Er stellt nach dem Leistungsprinzip auf und entscheidet, was für das Team am besten ist.

So auch im Fall von Max Kruse. Dessen Startelfeinsatz wurde am Sonntagabend heftig diskutiert, im Fall von Sky-Experte Dennis Aogo auch kritisiert. Eine Tatsache, die bei Fischer für Unverständnis sorgte. „Wir können es dann auch mal gut sein lassen, das Thema ist für uns erledigt“, erklärte er. Unausgesprochen blieb, dass Kruse als technisch bester Eiserner natürlich von Beginn an auflaufen durfte. Schließlich hatten seine nicht sportlich relevanten Eskapaden keinerlei Auswirkungen auf seine Trainingsleistungen, alles andere hatte Sportchef Oliver Ruhnert bereits in einem offenen Gespräch am Freitag geklärt.

So war für Fischer klar, dass es keinen Grund gibt, mit vermeintlichen Machtspielen zwischen ihm und Kruse das Team im wichtigen Spiel auf Schalke zu schwächen. Der 32-Jährige dankte es ihm mit mehreren bärenstarken Pässen und einer rundum gelungenen Leistung.

So kann man sagen: Es läuft bei Union! Das Spiel in Gelsenkirchen war erneut sehr ordentlich, die Randbaustellen aus der vergangenen Woche wurden gut aufgelöst. Jetzt können die Eisernen nur hoffen, dass Loris Karius als Nummer zwei weiter sportlich bleibt...