Endlich mal wieder Ballarbeit und nicht nur dröges Laufen: Christian Gentner freut sch über eine Form von Mannschaftstraining. Foto: Matthias Koch

Berlin - Es ist eine Zeit der Ungewissheiten. Wann geht’s weiter? Wie geht’s weiter? Wenn es aber eines gibt, was für Unions Mittelfeldroutinier Christian Gentner feststeht, dass er so nicht aufhören will. Nicht nach einer Saison, die aller Wahrscheinlichkeit nach mit Geisterspielen zu Ende gehen wird.

Er kennt das aus seiner Zeit beim VfB Stuttgart. Die Schwaben mussten 2013 im Europacup bei Lazio Rom ran. Die waren nach rassistischen Entgleisungen zu einem Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit verdonnert worden. „Das war seltsam in dieser leeren Schüssel. Da war ein Riesenecho. Man hat jedes Wort verstanden, jeden Schuss gehört“, so Gentner. Auf all das gelte es sich ja nun auch für die letzten Saisonspiele einzustellen. Spaß aber habe diese Atmosphäre eher weniger gemacht. Hatte mit Fußball irgendwie nichts zu tun.

Gentner: Ich will nch ein Jahr dranhängen

Da macht es ihm derzeit mehr Spaß, wieder mit den Kollegen gemeinsam – wenn auch in Kleingruppen – üben zu können. Auch wenn das gerade äußerst intensiv vonstatten geht. „Es ist ein bisschen wie eine zweite Vorbereitung. Wir gehen schon ans Limit im Training. Nur dass wir keinen genauen Zeitpunkt X haben, an dem wir wissen, wann es losgeht“, so Gentner, der darauf hofft, dass es nicht über Anfang Mai hinaus einen weiteren Aufschub gibt. „Das könnte dann mental richtig anstrengend werden“, befürchtet der 34-Jährige, der sich die Zeit der Zwangspause mit der Familie im Ländle vertrieb und nach seiner Rückkehr in de Hauptstadt vor rund zehn Tagen viel zum Lesen kommt.

All so etwas muss ja im normalen Berufsalltag hinten angestellt werden. Genauso wie zuletzt die geplanten Gespräche mit Manager Oliver Ruhnert über eine mögliche Vertragsverlängerung. Liegt auf Eis in diesen Corona-Tagen. „Da gibt es derzeit sicherlich wichtigeres. Was kommt, ist alles spekulativ. Wir werden uns schon noch unterhalten. Ich weiß aber, dass ich noch ein Jahr spielen will. Mein Köper macht das alles noch mit“ hat er in diesen Tagen festgestellt.  

Also genießt er die schweißtreibende und fordernde Arbeit auf dem Platz. Gerade im läuferischen Bereich werde bei den Eisernen viel gearbeitet, Ballpassagen als aktive Erholung zwischen die Konditionseinheiten platziert. Die Stimmung unter den Spielern aber sei gut. Und natürlich gibt es da jetzt auch immer wieder mal die Zeit für Gespräche, Scherze und Small Talk.  All das, was er in der Phase des Homeoffices arg vermisst hat.