Fans des 1. FC Union halten ein Plakat mit einer Grußbotschaft an ihren Ex-Spieler und heutigen Köln-Trainer Steffen Baumgart hoch.  imago/Matthias Koch

Wie sang Kaiser Franz einst so schöne? Gute Freunde kann niemand trennen! Der Köpenicker Anhang forderte lautstark seinen „Baumi“ - und Kölns hemdsärmeliger Trainer tat den Union-Fans den Gefallen. Steffen Baumgart kam. Die Schiebermütze auf dem Kopf. Im T-Shirt. Trotz unangenehmer Nasskälte. Nach dem 2:2 (1:2) zwischen seinem Arbeitgeber 1. FC Köln und seinem erklärten Lieblings-Klub 1. FC Union lief der FC-Coach auf die Tribüne zu einem knappen Dutzend Union-Fans und unterhielt sich leidenschaftlich mit ihnen.

„Baumi, wir sind stolz auf dich. Sorry, aber heute schlägt unser Herz Rot/Weiss – EISERN!!!“, hatten diese auf einem Plakat mit einem Foto aus Baumgarts Profi-Zeit und einem aktuellen Bild stehen. Und den Ärger über den verpassten Sieg kurz vor Schluss werden sie nirgendwo sonst so akzeptieren können wie hier. Gegen ihren „Baumi“, der bei Union seit seiner Zeit als Profi Vereinsmitglied ist, in der Traditions-Mannschaft spielt und in Stadionnähe in Köpenick wohnt.

Dass die Kölner ausgerechnet im ersten Spiel unter Baumgart gegen die Eisernen auch erstmals im fünften Bundesliga-Duell nicht verloren, lag an Anthony Modeste. Wieder einmal. Der Franzose köpfte vier Minuten vor dem Ende den Ausgleich, nachdem er schon das 1:0 erzielt hatte (7.). „In Uwe-Seeler-Manier“,  zog Kölns Sportchef Jörg Jakobs einen Vergleich zu dem legendären Treffer des Hamburgers zum 2:2 im Viertelfinale der WM 1970 gegen England an. 

Als Modeste Baumgart nach dem 2:2 die Kult-Schirmmütze stibitzte und sie im Überschwang der Gefühle aufsetzte, handelte er sich einen Rüffel des aufgebrachten Trainers ein. „Das Spiel war noch nicht vorbei, ich wollte, dass wir konzentriert bleiben“, so der 49-Jährige. Denn für den ehrgeizigen Trainer war der Kick mit dem Ausgleich nicht durch. Statt Jubeltänze aufzuführen hätte Modeste seiner Meinung nach sich weiter auf die Partie konzentrieren sollen. Denn da waren ja noch vier Minuten zu spielen. Plus der obligatorische Nachschlag. Zeit genug nach Baumgarts Meinung, das Spiel vollends zu drehen. 

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