Kampf war Trumpf an der Alten Försterei. So wie sich Rani Khedira auf alles stürzte, was ein himmelblaues Trikot trug.  Citypress/Mathias Renner

Ja, das war die richtige Antwort auf die Schlappe in Fürth. Bei den Eisernen stimmte alles. Einsatz, Leidenschaft. Willen. Aber am Ende entführte der SC Freiburg nach einem torlosen Remis doch einen Zähler aus der Alten Försterei. 

Union blieb zwar drei Tage nach dem Rückschlag bei dem Aufsteiger aus dem Frankenland erneut sieglos. Aber das kann passieren. Die Bäume wachsen in Köpenick nun mal nicht in den Himmel. Dennoch liegen die Köpenicker im Kampf um die internationalen Plätze ebenfalls weiter gut im Rennen. Auch wenn bislang nur der diesmal geschonte Max Kruse diesen Kampf als Saisonziel ausgerufen hat.

Union-Coach Urs Fischer nahm im Vergleich zur überraschenden Niederlage in Fürth drei Änderungen vor. So kehrte Kapitän Christopher Trimmel in die Startelf zurück. Freiburg-Trainer Christian Streich wechselte auf zwei Positionen, unter anderem verteidigte der Ex-Unioner Keven Schlotterbeck neben seinem Bruder Nico, der ebenfalls eine Vergangenheit bei den Eisernen hat.

Die Geschwister waren an alter Wirkungsstätte von Beginn an gefordert. Union begann energisch und drängte auf das frühe Tor, Sheraldo Becker (1.) und Genki Haraguchi (3.) scheiterten jedoch am stark reagierenden SC-Torhüter Mark Flekken. Freiburg gab der erste gelungene Konter Sicherheit - zur Führung reichte dieser aber nicht. Ein abgefälschter Schuss von Maximilian Eggestein landete auf der Latte (5.).

Die Begegnung beruhigte sich nach der turbulenten Anfangsphase. Union tat sich im Spielaufbau schwer, gegen die gut gestaffelten Gäste fanden die Berliner kaum ein Durchkommen und leisteten sich zudem auffällig viele Fehlpässe. Freiburg war nach Balleroberungen um schnelles Umschalten bemüht. Meist waren die Vorstöße aber schon vor dem letzten Drittel abgewehrt.

Freiburg strahlte kaum Gefahr aus

Über weite Phasen der kampfbetonten ersten Halbzeit neutralisierten sich beide Mannschaften im Mittelfeld. Union hatte dabei die besseren Möglichkeiten, suchte auch immer wieder den Vorwärtsgang. Haraguchi (20.) und Taiwo Awoniyi (23.) ließen gute Chancen aus. Freiburg strahlte kaum Gefahr aus. Unions Schlussmann Andreas Luthe musste selten eingreifen.

Das änderte sich nach dem Seitenwechsel sofort: Freiburg hatte nach einer guten Kombination die bis dahin  beste Chance. Vincenzo Grifo (46.) scheiterte knapp und leitete dennoch Freiburgs beste Phase ein. Die Gäste drängten Union mit frühem Pressing in die eigene Hälfte und zwangen die Berliner zu Fehlern. Was fehlte, war die Führung, die Lukas Kübler (57.) freistehend vor Luthe auf dem Fuß hatte.

Union meldete sich nach einer durchwachsenen Viertelstunde zurück. Awoniyi köpfte den Ball nach einer Ecke an die Latte, dann rettete Kübler einen Schuss von Rani Khedira auf der Linie (66.).  Wenig später kam Grischa Prömel einen Schritt zu spät. Es war zum Aus-der-Haut-fahren. Es sollte wohl einfach nicht sein an diesem Abend.

Infos zum Spiel

  • 1. FC Union: Luthe 2,5 – Jaeckel 3, Knoche 2,5, Baumgartl 3 – Trimmel 3,5, Khedira 3, Gießelmann 4,5 – Haraguchi 4 (71. Möhwaldt), Prömel 3 – Awoniyi 4 (71. Behrens), Becker 3,5 (85. Voglsammer)
  • SC Freiburg: Flekken 2,5 – Lienhart 3, N.Schlotterbeck 2,5, K. Schlotterbeck 3, – Kübler 3,5, Eggestein 4 (85. Haberer), Höfler 3,5, Günter 3,5 – Jeong 3,5 (77. Schade), Grifo 5 (77. Sallei)– Höler 4 (89. Petersen)
  • Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach) 2
  • Zuschauer: 5000 (leider ausverkauft)
  • Gelb: Becker (3) - Höfler (2)

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