Urs Fischer beschäftigt sich nur mit den Dingen, die er beeinflussen kann.  Foto: AFP/Odd Andersen

Es gehört zu den angenehmen Eigenschaften von Unions Trainer Urs Fischer, dass er nicht zum Lamentieren neigt. Angesichts der derzeitigen Verletzungen und Sperren wäre es in der zur Larmoyanz neigenden Branche üblich, in Wehklagen auszubrechen. Und wer wollte das dem Schweizer Fußballlehrer eigentlich verdenken, wenn er angesichts des Ausfalls von Max Kruse, der Roten für Andrich, der nicht abzusehenden Rückkehr von Christian Gentner, Joel Pohjanpalo oder gar Anthony Ujah sowie eines Nico Schlotterbecks ein klein wenig mit dem Schicksal hadern würde.

Auch von hoher Belastung will er gar nicht erst anfangen. „Wir sollten nicht jammern. Was sollen die Bayern sagen? Die spielen seit dem Restart durch. Alle drei Tage ein Spiel“, so seine trockene Anmerkung 

Fischer bleibt Pragmatiker

Fischer, Pragmatiker der er ist, weiß, dass er sich keinen zweiten Kruse schnitzen kann. Also verschwendet er auch keine Energien darauf, darüber Tränen zu vergießen. Wenn es nicht läuft, muss man noch mehr arbeiten.

Das fing schon auf der Rücktour aus dem Olympiastadion an, als im Bus schon die Partie für den kommenden Tag aufbereitet wurde und der arme Analyst Adrian Wittmann die Alte Försterei erst dann verlassen konnte, als das Ding fertig war für den kommenden Morgen. 

Natürlich weiß er auch, dass die Chancen gegen die Bayern jetzt nicht besser geworden sind. Aber die wären auch mit Kruse eher gering. „Wenn man es sich nicht zutraut, braucht man gar nicht erst antreten“,  lautet Fischers Credo. Bremen hatte auf dem Papier in München auch keine Chance. Und fuhr mit einem Punkt nach Hause.