Blendende Laune trotz harter Schinderei: Unions Neuzugang Tymoteusz Puchacz. City-Press/Moritz Eden 

Zurück in Berlin. Freier Tag. Aber so wie sich Tymoteusz Puchacz gerade präsentiert, hat man den Eindruck, er hätte darauf verzichten können. Schließlich hatte der polnische Nationalspieler in Tirol schon weite Teile der Vorbereitung verpasst, weil er mit einem mysteriösen Infekt zwischenzeitlich ins Krankenhaus musste.

Ein Rückschlag. Sicherlich. „In der Vorbereitung ist jeder Tag wichtig“, lautet ja das Credo von Trainer Urs Fischer. Doch kaum zurück aus dem Spital ackerte Puchacz zusammen mit dem vom Gold Cup verspätet angereisten Sheraldo Becker unter der Anleitung von Fitness-Guru Martin Krüger. Dem sagt man nach, dass sich seine Mundwinkel zum Lächeln umgekehrt proportional zu den schmerzverzerrten Gesichtern der Unionprofis verhalten, wenn sie bei seinen Übungen Blut und Wasser schwitzen.

Und Puchacz? Der lacht nur darüber. „Ich mag so etwas. Ich bin eh so der Läufer-Typ. Das schreckt mich nicht. Von mir aus kann Martin meine nächste Freundin werden“, meinte der 22-Jährige, der bei der EM mit Polen durchaus zu gefallen wusste und bei den Eisernen den nach Frankfurt abgewanderten Christopher Lenz beerben soll.

Puchacz ist hungrig

Nachwirkungen von seinem Aufenthalt im Spital hat er keine. „Das waren doch nur zwei Tage. Eine Infektion. Weil ich 40 Fieber hatte, haben die Ärzte mich ins Krankenhaus geschickt. Festgestellt wurde nichts. Dann habe ich mit Martin einige harte Läufchen gemacht, um schnell zu den Jungs zurückzukommen. Ich fühle mich gut. So etwas passiert“, erklärte der in seiner Heimat auch als Rapper bekannte Linksverteidiger.

Was im Übrigen zur Sekundärmotivation wurde, sich als Profi durchzubeißen. „In Polen haben sie mich vor drei Jahren nur gekannt, weil ich Musik gemacht habe und nicht, weil ich ja nur ein Zweitliga-Profi war.

Puchacz verkürzte Urlaub

Laufeinheit? Kein Problem für Tymoteusz Puchacz, der hier mit Sheraldo Becker an seiner Fitness arbeitet. City-Press/Moritz Eden

Sollte sich ändern, hat sich geändert. Nun spricht man in seiner Heimat von Tymo, dem Fußballer. Unions Geld (Puchacz kostet 2,5 Millionen Euro Ablöse) scheint nach den ersten Eindrücken der Vorbereitung gut angelegt. Und sein Ehrgeiz ist ungebremst. „Ich habe neue Ziele“, so Puchacz, der dafür sogar auf einen längeren Urlaub nach der EM verzichtete und bei den Eisernen einen Frühstart hinlegte. „Die kurze Pause ist kein großes Ding“, ist er sich sicher.

Und Eingewöhnungszeit gesteht er sich auch nicht zu. „Klar ist das Tempo in der Bundesliga höher als in Polen. Aber ich war bei der EM. Da spielst du gegen die Besten. Durch die Europa League habe ich ja auch schon einiges erlebt. Vielleicht muss ich in Sachen Taktik noch zulegen, aber die Geschwindigkeit sollte kein Problem werden. Ich bin vorbereitet. Und hungrig!“ Klingt verdammt gut.

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