Auf Robin Knoche & Co. kommt in Gestalt von Erling Haaland (l.) einiges zu.  imago/Pool/Alex Gottschalk

Ein Highlight jagt das nächste bei den Eisernen. Der Conference-League-Auftakt in Prag (1:3) ist noch keine vier Tage alt, da muss der 1. FC Union schon die nächste schwere Aufgabe lösen. Sonntag ab 17.30 Uhr heißt es, beim BVB zu bestehen. Und da fragt sich natürlich jeder: Wie will man die Naturgewalt Namens Erling Haaland stoppen?

Neun Buden in nur sechs Pflichtspieler hat der junge Norweger schon erzielt. Da rollt was auf die Eisernen zu. Wobei Unions Trainer Urs Fischer durchaus recht hat mit einer Anmerkung. „Natürlich ist Haaland ein außergewöhnlicher Stürmer mit unheimlichen Qualitäten. Wir spielen aber nicht gegen Haaland, sondern den BVB. Ich könnte da den einen oder anderen noch aufzählen“, meinte der Chefcoach der Köpenicker. 

Ein Lob über die Schwarz-Gelben zu verbreiten, ist ja fast wie Eulen nach Athen tragen. Fischer weiß da auch kaum, wo er aufhören soll, wenn er einmal angefangen hat. „Der BVB hat eine individuelle Qualität, die Spiele entscheidet. Wenn es ums Umschaltspiel geht, kenne ich keine Mannschaft, die das so spielt, mit so einer Geschwindigkeit und Präzision. Es macht Spaß, zuzuschauen“, so der Schweizer.

Urs Fischer setzt auf Rotation

Der erwartet von seinem Team daher genau das Gegenteil. Nur zuzuschauen, wäre verdammt gefährlich. Und wahrscheinlich wenig spaßhaft. Union muss selber proaktiv ins Spielgeschehen eingreifen. „Nur zu verteidigen, wird nicht aufgehen, wenn du Bälle eroberst, musst du mutig sein, sie beschäftigen. Es wird Phasen geben, die wir aushalten müssen. Daher muss die Mischung stimmen“, so der 55-Jährige.

Dafür wird eine gewisse „Frische“ benötigt. Daher wird Fischer auf Rotation setzen. Die natürlichsten Kandidaten wären Julian Ryerson (für Christopher Trimmel) und Niko Gießelmann (für Tymoteusz Puchacz) sowie Timo Baumgartl anstelle von Paul Jaeckel. Denkbar wäre auch, dass der zuletzt ein wenig überspielt wirkenden Max Kruse ein Päuschen bekommt, Sheraldo Becker als zweite Spitze ran darf. Eine weitere Überraschung sollte bei Fischer auch nie ausgeschlossen werden.

Fanunfreundliche Anstoßzeit

Union wird auf jeden Fall ein anderes Gesicht haben als in Prag, auch wenn sie das Gesicht des Europacup-Auftrittes zeigen wollen. Eines, aus dem man Selbstvertrauen ziehen kann. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Uns nicht verunsichern lassen trotz 50 Minuten in Unterzahl. Die Kompaktheit war da, auch mit einem Mann weniger. Über lange Zeit haben wir das gut gemacht, das 2:1 ist dann Zufall. Es ist nicht entstanden, weil wir Lücken hatten. Es war ein abgelenkter Schuss, der dem Gegner vor die Füße fällt“, so Fischer, der sich seit der Rückkehr aus Prag kaum mit diesem Spiel auseinandergesetzt, sondern den Fokus nach vorne gerichtet hat. 

Wenn es etwas zu bedauern gibt, dann höchstens die Tatsache, dass  nur rund 250 bis 350 Union-Fans nach Dortmund reisen werden. Was aber erklärlich ist. Zum einen hat natürlich ein gewisser Abnutzungseffekt eingesetzt. Seit 2016 ist das jetzt inklusive Pokal das fünfte Gastspiel der Köpenicker im einstigen Westfalenstadion. Zudem hat der eiserne Anhang in dieser Woche natürlich Prioritäten gesetzt, sich für den Europapokal-Abend in Prag entschieden. Und drittens ist die Ansetzung mit 17.30 Uhr statt 15.30 Uhr auch nicht gerade freundlich für Gäste-Fans. An einem Sonntagabend aus dem Pott zurück nach Berlin zu kommen, ist auch kein Zuckerschlecken, wenn am nächsten Tag die Arbeit ruft. 

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