Unions Trainer Urs Fischer im freundlichen Austausch mit Freiburgs Coach Christian Streich (r.). Imago/Jan Huebner

Im Ländle haben sie ein schönes, gegen die Schwaben stichelndes Sprichwort: Es gibt Symbadische und Unsmybadische. Bei Freiburgs Trainer Christian Streich gibt es wohl wenig abweichende Meinungen, in welche Kategorie der Trainer der Breisgauer einzuordnen ist. Das sieht auch Unions Trainer Urs Fischer so, der sich an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) anschickt, mit seinen Eisernen den Traum vom Europa-Cup mit Leben zu erfüllen und gleichzeitig die Hausherren ein wenig aus ihren Champions-League-Träumen zu reißen. Sollte nicht unmöglich sein. Denn Unions Urs ist der Streich-Schreck!

„Ich hoffe, du kommst jetzt nicht alle zehn Tage hierher, sonst muss ich dir sagen, ich möcht’ dich nicht mehr sehen“, scherzte Streich im Oktober 2019 nach einer 1:3-Niederlage gegen die Eisernen in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Dem war exakt zehn Tage zuvor ein 2:0 in der Liga in Köpenick vorausgegangen.

Überhaupt ist die Bilanz des Schweizers in den Duellen mit Freiburgs Kulttrainer denkbar positiv. In sechs Duellen konnten die Streich-Schützlinge gegen Fischers Mannen nur einmal gewinnen, kassierten dabei aber drei Niederlagen. Zwei davon übrigens an heimischer Wirkungsstätte.

Urs Fischer kein Freund von Statistiken

Was Fischer, ohnehin kein großer Freund von Statistiken, weil sich seiner Meinung nach jedes Spiel immer wieder neu entwickelt und man daraus keine Gesetzmäßigkeiten ableiten könne, gar nicht so bewusst war.

„Die Statistik kenne ich nicht“, meinte der 56-Jährige, der zuvor des Lobes voll war für sein Gegenüber ob der sensationellen Spielzeit. Was man ja aber getrost auch für die Eisernen in Anspruch nehmen darf, wie Fischer vor dem Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten dann auch einräumte. Man darf getrost Parallelen entdecken.

„Ich glaube, wenn es um uns geht, dann geht das in die gleiche Richtung, wenn man die Spielzeit nimmt. Dreifachbelastung Pokalhalbfinale, sehr viele Spiele. Auch wenn es um uns geht, dann ist das was Außergewöhnliches“, so Fischers Feststellung. Der man auch nicht widersprechen kann.

Das Duell zwischen Unions Sheraldo Becker (l.) und Freiburgs Ex-Eisernem Nico Schlotterbeck könnte auch am Sonnabend eine Rolle spielen. imago/Jan Huebner

Fischer und Streich mögen sich. Haben Respekt vor der Arbeit des anderen. Sie sind die dienstältesten Erstliga-Trainer. Was nicht immer ein gutes Rezept sein muss, aber durchaus als Indikator für Erfolg stehen kann.  Diese Kontinuität auf dem Trainerstuhl ist übrigens für den Schweizer Fußballehrer mit eine der Ursachen für den Höhenflug der beiden Klubs.

Urs Fischer findet Christian Streich schlagfertiger

„Es gibt viele Wege, aber wenn die Lebenserhaltung bei Trainern bei zwölf bis 14 Monaten liegt, dann setze ich da ein Fragzeichen dran“, so Fischer.

In einem Punkt ist Fischer laut Selbsteinschätzung dann doch ein wenig anders als sein Kollege. „So schlagfertig wie Christian bin ich nicht und an der Linie ist er schon noch ein bisschen impulsiver“, so Unions Erfolgstrainer.

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