Drei Löcher in den Stutzen! Sven Michel vom 1. FC Union verriet jetzt, was es damit auf sich hat. dpa, Imago

Sie wollen keine Luft ranlassen. Auch am Sonnabend in Freiburg (15.30 Uhr) beim Kampf um die Europacup-Plätze. Anders ist da Sven Michel gestrickt. Der lässt sehr wohl Luft ran. An seine strammen Fußballerwaden nämlich!

Wer immer bei Michel die Hacken sieht, und das ging zuletzt ja auch einigen Gegenspielern so, der staunt über drei große, kreisrunde Löcher in seinen Stutzen. Handgefertigt. Von Michel selbst. Zuerst zum großen Entsetzen von Teamleiterin Susi Kopplin, die solcherlei Umgang mit den Spieltextilen eher nicht gutheißt. Doch der 31-Jährige Ex-Paderborner hat dafür einen guten Grund. Es ist kein manischer Zerstörungsdrang in dem Angreifer.

„Ich bekomme immer sehr leicht Wadenkrämpfe. Das kann jederzeit passieren im Spiel. Da versuche ich den Druck auf die Waden gering zu halten. Ich stecke ja auch meine Schienbeinschoner nur noch in die Stutzen, tape sie nicht mehr fest“, verriet der zuletzt dreifache Torschütze, der zusammen mit einem Kumpel seit etwas mehr als drei Jahren eine Firma betreibt, die spezielle Sportsocken anbietet.

Michel ist der Topjoker des 1. FC Union

Alles gegen Blasen an den Füßen, für mehr Halt und vor allem mehr Luft. Und seinen Pistolero-Jubel nach Treffern. Der immer mehr zu seinem Markenzeichen wird. „Beim ersten Mal habe ich mir nicht viel dabei gedacht. Jetzt kommt das schon aus der Mannschaft heraus“, so Michel.

Sein jüngstes Tor gegen Fürth gehört fast schon in die Kategorie frech. Wie er da Nick Viergever am Fünfmeterraum den Ball abluchste, sieht man auch nicht alle Tage. „Zum Nachdenken hat man da keine Zeit. Ich habe einfach spekuliert und bin draufgegangen“, erinnert sich der nunmehr dreifache Torschütze der Köpenicker.

Michel benötigte beim 1. FC Union Anlaufzeit

Allesamt Jokertore. Und etwas, was er eigentlich gar nicht so mag. „Ich habe ein bisschen gebraucht, um reinzukommen, da bin ich ganz ehrlich. Aber die Abläufe sind immer besser geworden. Wichtig ist, dass man nicht nur mitschwimmt, sondern doch auch was helfen kann“, so Michel. Sonst wäre es schwer mit all seinen vielen Kurzeinsätzen. „Natürlich möchte ich gerne in der Startelf stehen“, so Michel, der zugibt, dass die ersten Wochen bei den Eisernen nicht ganz so einfach waren.

Doch das ist Vergangenheit. Michel ist mit sich und der Welt zufrieden. „Vor einem halben Jahr war ich noch mit Paderborn in der 2. Liga. Jetzt sprechen wir hier über Europa League. Schön, man ist safe in der Bundesliga und es geht trotzdem noch um was“, so Michel.

Und dass das erreichbar ist, ist für ihn klar. Der Rückschlag gegen Fürth wirft ihn nicht um. „Wer in Leipzig im Pokal so verliert und dann drei Tage danach doch gewinnt, der lässt sich nicht unterkriegen von so einem Spiel. Wir haben doch alles noch in der eigenen Hand.“ Beispielsweise am Sonnabend in Freiburg.

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