Max Kruse, Niko Gießelmann und Taiwo Awoniyi (v.l.)  feiern das Tor zum 2:2. Imago

Auf den 1. FC Union ist Verlass, man könnte nach ihm fast die Bundesliga-Uhr stellen! Wie in den beiden Jahren zuvor, so holen die Köpenicker auch in ihrer dritten Saison in ihrem ersten Auswärtsspiel einen Punkt. Das 2:2 (1:2) bei der TSG Hoffenheim ist eines nach dem Motto aller bisherigen Auftritte: Awoniyi vor, noch ein Tor!

Ein bisschen hat der Nigerianer gebraucht, um dieser Partie seinen Stempel aufzudrücken, auch weil er erst einmal an TSG-Keeper Oliver Baumann gescheitert ist (20.). Damit schon hätte der Angreifer seine bereits jetzt ansehnliche Startserie fortsetzen können. Denn in den wichtigen Spielen (beim 1:1 gegen Leverkusen war er der Mann der Partie und zum 4:0 gegen Kuopio PS steuerte er einen Doppelpack bei) hat er stets gewusst, wo die Kiste des Gegners steht.

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Geistesblitze von Max Kruse 

Was Awoniyi vor dem Wechsel auslässt, holt der pfeilschnelle und wuselige Stürmer unmittelbar nach Wiederbeginn nach. Und zwar auf nahezu artistische Weise. Erst fischt Baumann den Ball wieder von der Linie, doch im Nachsetzen ist Awonyi da und hebt die Kugel mit viel Gefühl in die Maschen. Dieses 2:2 (47.) ist eines, das einerseits Awoniyis Schnelligkeit zeigt und andererseits seine technischen Fähigkeiten untermauert.

Dass der Angreifer dabei von Max Kruses Geistesblitzen profitiert, ist fast schon Normalität. Der „Bessermacher“ ist bei vielen offensiven Aktionen dabei, hat aber selbst ein wenig Pech. Nichts nämlich ist an seinem Freistoß-Hammer auszusetzen und Baumann wäre auch nicht an die Kugel gekommen, nur klatscht die ans linke Lattenkreuz (17.).

Dafür darf sich Niko Gießelmann umso mehr freuen. Hellwach ist er bei einer Musterflanke von Julian Ryerson, scheitert mit seinem Kopfball erst einmal an Baumann, versenkt aber dafür den Nachschuss zum 1:0 (10.). Es ist sein erstes Bundesligator und macht ihn richtig froh. Ganz zufrieden aber ist er trotzdem nicht, sagt: „Ein Punkt ist zwar ganz gut, aber wenn wir noch ehrgeiziger sind, hätten wir auch gewinnen können.“

Union schwächelt nur kurz in der ersten Halbzeit 

Dass es nicht mit dem ersten Dreier klappt, liegt nicht an der Rotation gegenüber dem Europapokal (Paul Jaeckel ist für Timo Baumgartl dabei, Julian Ryerson für Christopher Trimmel, Marcus Ingvartsen für Levin Öztunali und Niko Gießelmann für Tymoteusz Puchacz), sondern an einer Schwächephase Mitte der ersten Halbzeit, als die Defensive den TSG-Angriff nicht mehr ausschalten kann. So köpft erst der aufgerückte Kevin Akpoguma den Ausgleich (14.), dann taucht Jacob Bruun Larsen allein vor Andreas Luthe auf und schafft das 2:1 (30.). Schade nur, dass Marvin Friedrich auf seiner Seite keinen Zugriff bekommt und den Dänen ziehen lässt.

Für Friedrich ist es ein ohnehin etwas komischer Auftritt. Seine Unaufmerksamkeit mündet in der Schlussphase in eine Gelbe und in der Nachspielzeit in eine Gelb-Rote Karte (90.+4). Dass sein Team die letzten brenzligen Situationen mit Freistoß und Eckball unbeschadet übersteht, ist sein einziger Trost. „Am Schluss ist es ein hochverdientes Unentschieden“, sagt auch Urs Fischer, „die Mannschaft war nach dem 1:1 verunsichert, war nicht mehr aktiv genug, hat sich aber danach wieder gesteigert und hat sich den Punkt wirklich verdient.“

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