Unions Marius Bülter pumpt kräftig durch. In Bad Wörishofen werden die Eisernen derzeit mächtig vom Trainerteam gefordert. Foto:  Matthias Koch

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die in einem Trainingslager wichtig sind. Die Wahl des Zimmergenossen beispielsweise. Besser gesagt die Auswahl. Denn beim 1. FC Union wird die Zimmerbelegung vorgegeben. Marius Bülter, Shootingstar der Köpenicker in der Vorsaison, hat Lars Dietz als Kammergenossen. Und nichts wäre schlimmer, als wenn man sich nach anstrengendem Vormittagstraining, dem schwer machenden Mittagsmahl und absolviertem Pressetermin zu einem Nickerchen zurückziehen möchte und der Raumgefährte durch munteres Schnarchen das Einschlafen behindert.  

„Dann hätte ich mit Sicherheit ein Einzelzimmer“, witzelte der 27-Jährige, der mit seinen sieben Buden in der Vorsaison zweitbester Schütze der Köpenicker hinter Sebastian Andersson gewesen war. Eine Marke, an die er gern anknüpfen würde. Ohne sich das als festes Ziel zu setzen. „Wenn das klappt, ist das schön. Aber ich nehme mir so etwas nicht vor. Wenn du dein Ziel nicht erreichst, dann zieht dich das runter. Wichtiger ist mir, dass ich wieder viel spiele“, meinte der Offensivgeist.

Bülter will sich weiterentwickeln

Das kann er derzeit mehr denn je beeinflussen. Auf dem rechten Flügel klafft ein größeres Loch bei den Köpenickern, dass sich so nicht wirklich abgezeichnet hatte. Marcus Ingvartsen laboriert immer noch an seinen Rückenproblemen, absolviert mehr Rehatraining denn Teamübungen. Sheraldo Becker sucht nach seinem durchwachsenen ersten Jahr in Köpenick den Anschluss, Suleiman Abdullahi zog es auf Leihbasis nach Braunschweig und Akaki Gogia, den man vollständig genesen und wiederhergestellt glaubte, darf sich auch immer wieder mit den Fitnesstrainern und nicht mit den Kollegen auf dem Feld vergnügen. 

Und hier kommt Bülter ins Spiel, der in der Vorsaison auf der linken Flanke zu Hause war. Also dort, wo sich Neuzugang Keita Endo tunlichst tummeln will. Im Testspiel gegen Dresden (2:0) vor der Abfahrt nach Bad Wörishofen durfte sich Bülter da schon mal versuchen. „Das ist kein so großer Unterschied wie zu links. Wir tauschen oft auch im Spiel die Seiten. Und ich will mich ja weiterentwickeln“, kann er sich durchaus eine Zukunft auf der anderen Seite vorstellen.