Marius Bülter machte den Adler! Gegen Augsburg bejubelte er seinen immerhin schon achten Bundesligatreffer für Union. Und er hat noch lange nicht genug.  Foto: imago images/Contrast/Oliver Behrendt

Es gibt so Sachen, da fasst man sich an den Kopf. Beispielsweise, dass Shootingstar Marius Bülter, im Vorjahr ausgeliehen vom 1. FC Magdeburg, der teuerste Einkauf beim 1. FC Union in diesem Sommer war. Und das trotz so prominenter Namen wie Max Kruse oder Loris Karius. Alle anderen Akteure kamen für lau, auf Leihbasis oder kleineres Geld wie Cedric Teuchert. Ein Beispiel dafür, wie gut Union wirtschaftet. Aber auch eins dafür, dass Bülter nicht mehr der Nobody ist, als der er vorigen Sommer an der Wuhle aufschlug.  

„Damals saß ich beim Medizincheck ja noch neben Neven Subotic und habe mich erst mal vorgestellt. Das war diesmal nicht nötig. Kruse und Karius haben ja auch mitgekriegt, was hier im Vorjahr passiert ist“, sagt der immer freundliche Nordrhein-Westfale. Sieben Treffer im ersten Bundesligajahr sind schon 'ne Hausnummer. Und die Bilder, wie er mit breit ausgebreiteten Armen die Tore feierte, als wollte er gleich wie ein Adler abheben, gingen ja in Zeiten eines globalisierten Fernsehmarktes auch um die Welt.

Laut Transfermarkt ließen sich die Köpenicker die Verpflichtung des 1,88 m großen Flügelspielers 1,5 Millionen Euro kosten. Eine hübsche Stange Geld für jemanden, der vor rund 18 Monaten noch in der viertklassigen Regionalliga kickte. Wie geht man damit um? Aufgefallen ist es ihm schon, wenn er mal einen Blick auf die Liste der Zugänge geworfen hat. Aber richtig realisiert - das hatte er dann doch nicht. „Ich mache mir darüber keinen Kopp. Das interessiert mich nicht wirklich“, zeigt er sich genauso unverbraucht und aufgeschlossen wie bei seiner Ankunft in Köpenick im Vorjahr. Es ist ein Teil des Business. Warum sich damit belasten?

Bülter will es sich selbst beweisen

Inzwischen kennt man ihn in der Stadt auch jenseits von Köpenick. Auch in Friedrichshain, wo er eine neue Bleibe gefunden hat, damit seine Freundin zu ihm in die Hauptstadt kommen kann, wird er des Öfteren gegrüßt. „Die meisten sind aber dabei sehr zurückhaltend. Ist in diesen Corona-Zeiten ja auch vielleicht besser so“, so der 27-Jährige.  

Auch in dieser Spielzeit konnte er seine Adlerschwingen schon zeigen. Beim Auftaktspiel gegen Augsburg traf er für die Köpenicker. „Das war nicht ganz unwichtig für mich. Ich hatte ja länger nicht getroffen“, gibt er unumwunden zu. Wichtig, um es sich selbst zu bestätigen. Zu wissen und zu beweisen, dass das alles kein Zufall war. Wichtig, um dem Trainer zu signalisieren, dass er weiterhin da und auf ihn Verlass ist. Denn die Konkurrenz ist ja mit dem Neuzugang aus dem Lande Nippon, Keita Endo, nicht kleiner geworden.