Robert Andrich – hier im Duell mit Dortmunds Erling Haaland – träumt von internationalen Nächten.  Foto: imago/Jürgen Fromme/firo Sportphoto

Im Endspurt um einen Europapokal-Platz setzt Unions Mittelfeld-Abräumer Robert Andrich auf eine gewisse Leichtigkeit des Seins bei den Eisernen. „Für uns wäre es überragend. Diese Option überhaupt zu haben, in dieser Phase der Saison noch vorne reinzurücken, muss uns eine gewisse Lockerheit geben, aber auch den Willen, das zu packen“, sagte der 26-Jährige dem RBB.

Die Partie beim Tabellen-Dritten VfL Wolfsburg am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) sieht Andrich nur als einen von noch drei nötigen Schritten. „Es wäre schon wirklich eine Wahnsinnssache und solange es noch möglich ist, sind wir noch voller Tatendrang, das zu schaffen. Wir haben es so ein bisschen in der Hand, weil wir im direkten Duell gegen Leverkusen spielen“, sagte Andrich.

Andrich hofft auf Endspiel bei Bayer

Kommt es also zu einem Endspiel am vorletzten Spieltag? Trainer Urs Fischer hält nichts von solchen Hochrechnungen, er fokussiert sich immer nur auf die kommende Aufgabe. Vor dem 32. Spieltag ist Union punktgleich hinter Borussia Mönchengladbach Achter. Leverkusen ist als Sechster aber nur vier Punkte voraus und steht in Bremen vor einem schweren Gang. Werder muss nach Herthas formidabler Aufholjagd unbedingt punkten, um am Ende nicht in den sauren Apfel beißen zu müssen. Wird also nicht einfach für Bayer ...

Platz sechs berechtigt zur Teilnahme an der Europa League, der Siebte spielt in der kommenden Saison in den Playoffs zur neuen Conference League. Am letzten Spieltag geht es für Union noch gegen RB Leipzig. „Wir haben noch drei wichtige Spiele, wo wir noch etwas Historisches schaffen können“, sagte Andrich.

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Für Edition Nr. 3 konnten wir Christoph Biermann als Autor gewinnen. Der renommierte Journalist gibt Antwort auf die Frage: Wer sind die eigentlich, diese Unioner? Wir haben mit Kapitän Christopher Trimmel gesprochen, der Einblicke in sein Privatleben gibt. Und wir statteten Professor Bernd Wolfarth und seinem Kollegen Clemens Gwinner in der Charité einen Besuch ab. Die beiden beraten Union bei der medizinischen Versorgung der Profis, koordinieren zudem die Corona-Testungen im Verein.

Er selbst hat sich als Stammkraft beim Überraschungsteam der Liga aus Köpenick enorm weiterentwickelt. Längst hat ihn Christopher Trimmel mit acht Verwarnungen als Kartenkönig bei den Köpenickern abgelöst. Nur viermal wurde Andrich in dieser Spielzeit der Gelbe Karton präsentiert. Im Vorjahr standen da noch elf Verwarnungen zu Buche.

Logisch, dass er da auch auf anderem Gebiet eine Weiterentwicklung anpeilt. Der Europacup ist ja mittlerweile kein utopisches Ziel mehr für Union. „Persönliche Ziele sind natürlich schon mal, eine internationale Hymne zu hören. Ob es jetzt Europapokal oder Champions League ist. Ob und wann man das irgendwann erreichen kann, wird man sehen“, sagte Andrich.

So nah dran wie jetzt wird er auf absehbare Zeit wohl nicht wieder kommen. Also ohne einen Vereinswechsel. Denn bei aller Liebe zu Union, man kann nicht davon ausgehen, dass die Köpenicker das Kunststück dieser Saison so mir-nix-dir-nix jetzt Jahr für Jahr wiederholen werden. Und ewig Zeit dafür wird Andrich auch nicht haben. „Ich werde jetzt 27 und hoffe, dass ich jetzt schon noch sieben, acht Jahre wie Gente  (Christian Getner/Die Red.) Fußball spielen kann. Das heißt, es ist noch eine gewisse Zeit bis dorthin.“