Neven Subotic und das Team starteten am Sonnabend nach Barsinghausen ins Trainingslager. Foto: Matthias Koch

Neun Tage sind es für Union zwischen Trainingslager und Liganeustart gegen den FC Bayern am kommenden Sonntag (18 Uhr). Neun Spiele stehen noch aus. Es sind neun Spiele bis zum Klassenerhalt für den Aufsteiger. Fast ist man versucht, „Gut Holz“ auszurufen. Wie bei den Kegel-Brüdern. Denn die eiserne Marschroute für das letzte Saisonviertel lautet: neun Spiele für neun Punkte.

Gut, Trainer Urs Fischer darf man damit nicht groß kommen. Der Schweizer Fußballlehrer will ja für gewöhnlich jedes Spiel gewinnen und gibt sich daher selten Hochrechnungen hin. Doch der Fan ist da ein Stück weit genügsamer und natürlich hat er die in Corona-Tagen zunächst ein klein wenig vernachlässigte Tabelle auch im Blick. Mit ein bisschen Bammel vielleicht. Die Köpenicker haben zwar 30 Zähler geholt und derzeit satte acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz 16, aber eine gewisse Unsicherheit schwebt über allem. Weiß man auch im Team, das bislang sehr souverän alle Hürden meisterte und mit Rückschlägen umzugehen wusste.

„Es kann alles passieren. Die Tabelle kann durcheinandergewirbelt werden“, meint Routinier Christian Gentner. Ähnlich sieht das der Ober-Eiserne. „Das ist ja jetzt alles natürlich eine Wundertüte. Niemand weiß, wie die Mannschaften mit den veränderten Abläufen umgehen werden. Wir werden die Heimspiel-Atmosphäre vermissen. Vielleicht werden wir das eine oder andere kuriose Ergebnis erleben“, glaubt Präsident Dirk Zingler. In der Tat ist es nicht sonderlich von Vorteil, dass die Feste Alte Försterei ihrer Besetzung auf den Palisaden – sprich Rängen – verlustig ging.

Rechnerischer Vorteil für Union

Kaum ein Klub lebt so sehr wie Union von der Interaktion zwischen Anhang und Team. Das setzt oft genug Kräfte frei. Nun muss es ohne gehen. Aber das Ziel ist machbar. Neun Zähler – und Union käme am Ende auf 39 Punkte insgesamt. Im Schnitt wäre das also ein Pünktchen pro Spiel.  Schwer vorstellbar, dass die derzeit auf Rang 11 daherkommenden Köpenicker dann noch von fünf Teams überholt werden.

Düsseldorf beispielsweise müsste dann 18 Punkte aus den verbleibenden Kicks holen, eine Performance von zwei Zählern pro Spiel hinlegen. Unrealistisch! Dann wäre die Fortuna ein Spitzenteam und kein Kellerkind. Zudem hat Union es neben den Nordrhein-Westfalen auch noch mit Hertha, Mainz und Paderborn zu tun. Die liegen alle hinter der Fischer-Elf. Schon mit jeweils einem Remis könnten die einen nicht so leicht überflügeln.

In der jüdischen Kabbala ist die Neun die Verwirklichung des Gleichgewichts. Es symbolisiert die Vollkommenheit. Also, Union. Mach jetzt alle neune!