Unions Andreas Luthe (l.) klärt gegen Würzburgs Leroy Kwadwo beim 2:0-Testspielsieg der Eisernen. Foto: imago images / Contrast

Es war nur ein Test. Über 90 Minuten. Und ohne Zuschauer. Und doch genoss Andreas Luthe sein Heimdebüt beim 2:0 des 1. FC Union gegen Kickers Würzburg. „Ich hatte mich total auf die Alte Försterei gefreut. Auch wenn ich nicht gedacht hätte, dass es so schnell geht. Ich dachte, wir würden unsere ersten Tests nicht im Stadion spielen. Ich hätte mir nur gewünscht, dass wir vielleicht den einen oder anderen Zuschauer gehabt hätten so wie am Sonnabend in Cottbus“, meinte der 33-Jährige nach der Partie gegen die Unterfranken.

Was die Alte Försterei ausmacht, kennt der aus dem nordrhein-westfälischen Velbert stammende Torsteher ja aus eigener Erfahrung aus seiner Zeit beim VfL Bochum. Da hat er mit dem als Hexenkessel bekannten Ballhaus des Ostens gute Bekanntschaft gemacht. „Leider auf der falschen Seite. Aber ich hoffe, da kommen noch ein paar Spiele dazu auf der richtigen Seite“, merkte der Ex-Augsburger halb scherzhaft an. 

Wie viele das sein sollen, darüber hat Luthe eine klare Vorstellung. 34! Zumindest in diesem Spieljahr. Also keine Relegation oder so. Sondern klarer Klassenerhalt! So das Ziel.

Ich will hier mithelfen, dass es noch mehrere Jahre Bundesliga für Union werden.

Unions Neuzugang Andreas Luthe

Dafür muss er aber die Nummer eins nicht nur auf dem Rücken tragen, sondern diese Ziffer mit Leben erfüllen. Denn nach wie vor ist davon auszugehen, dass Union einen weiteren Keeper verpflichten wird, der einige Lenze weniger als Luthe auf dem Buckel tragen wird, aber ihm mindestens ebenbürtig sein soll. Juckt ihn nicht. „Die Transferperiode ist ja noch lang. Es ist Profifußball. Da geht es um Leistung. Das, was ich an Erfahrung habe, das will ich aktiv einbringen, dass wir die Klasse halten. Ich hätte mich locker und entspannt irgendwo auf eine Bank setzen können, entspannt mit 33. Deshalb ist es Union geworden. Hier will ich mithelfen, dass es noch mehrere Jahre Bundesliga werden“, meint Luthe.

Klingt nicht nach einem reinen Kurzzeit-Engagement. Als Wandervogel gilt Luthe eh nicht. Als der Anruf von Union-Manager Oliver Ruhnert kam, musste Luthe daher nicht lange überlegen. „Ich bin noch zu gesund und fit, um mich irgendwo hinzulegen. Und durch die Spiele mit Augsburg in der Bundesliga habe ich Lunte gerochen. Ich will einfach dranbleiben“, so der 1,95 Meter große Schlussmann. 

Dass er nun ausgerechnet Nachfolger von Rafal Gikiewicz bei Union wird, der aller Voraussicht nach in Augsburg das Tor hüten wird, scheint zwar kurios, dem liegt aber mehr der Zufall zugrunde. „Ich wusste ja schon lange, dass er kommt. Ich musste zusehen, dass ich meine eigenen Sachen regele. Dass es nun Union wird, ist einfach Zufall. Sicherlich eine schöne Geschichte, wenn wir gleich am ersten Spieltag aufeinandertreffen“, so Luthe weiter. Welches Team sich mit dem Keeperwechsel da nun wirklich verstärkt hat, daran hat er keinen Zweifel. „Na, wir natürlich“, meint er mit einem Lachen.