Mal der eine, dann der andere? Trainer Urs Fischer spielt mit dem Gedanken, Petar Musa und Joel Pohjanpalo gemeinsam in Wolfsburg stürmen zu lassen.  Foto: imago/Matthias Koch

Erinnern sie sich noch? NDW – Neue deutsche Welle zu Beginn der 80er. Einer der größten Hits stammte seinerzeit von Markus. „Ich geb Gas, ich will Spaß“ hielt sich satte 24 Wochen auf Platz 1 der deutschen Single-Charts. Die Eisernen setzten im Schlussspurt auf die Neue Schweizer Welle, kurz NSW: Gebt Gas, habt Spaß, lautet das Credo von Union-Trainer Urs Fischer für die kommenden drei Wochen im Allgemeinen und vor der Partie am Sonnabend im Wolfsburg (15.30 Uhr/Sky) im Speziellen. 

Es entspricht der Vorgabe von Union-Boss Dirk Zingler, der jüngst der Truppe mitgeteilt hatte, sie solle mit viel Spaß herangehen an die letzten drei Aufgaben. Weil es ja alles nur so etwas wie Bonusspiele seien. Fischer macht sich das zu eigen. „Spaß und Freud muss immer mit dabei sein. Wenn du das nicht hast, kannst du keine Leistung bringen. Und es geht ja noch um was. Wir können nach vorne blicken. Wir haben noch immer die Möglichkeit, uns fürs internationale Geschäft zu qualifizieren. Ein Wahnsinn, wenn du da nicht Freude hast“, so der 55-Jährige.

Musa oder Pohjanpalo? Fischer meint: beide! 

Was den Spaßfaktor angeht, sieht das übrigens Robert Andrich ähnlich: „Wenn wir alle drei Spiele verlieren, dann haben wir wahrscheinlich nicht so einen Spaß gehabt. Aber natürlich kannst du ein Stück lockerer an die Sache rangehen, weil du nicht den unbedingten Zwang haben musst, Sechster zu werden. Für uns wäre es überragend.“

Da wird ihm sein Trainer nicht widersprechen, der sich zudem selbst von einer Qual der Wahl befreien möchte, die er fast als schön für einen Trainer bezeichnet. Es geht hier um die Frage, ob Joel Pohjanpalo nach seinem Dreierpack oder Petar Musa, der beim 3:1 gegen Bremen seinem finnischen Kollegen zwei Buden auflegte, in der Startelf für jede Menge Gaudi sorgen sollen. „Die haben es wirklich sehr gut gemacht. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass beide beginnen“, meinte der Schweizer.

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Für Edition Nr. 3 konnten wir Christoph Biermann als Autor gewinnen. Der renommierte Journalist gibt Antwort auf die Frage: Wer sind die eigentlich, diese Unioner? Wir haben mit Kapitän Christopher Trimmel gesprochen, der Einblicke in sein Privatleben gibt. Und wir statteten Professor Bernd Wolfarth und seinem Kollegen Clemens Gwinner in der Charité einen Besuch ab. Die beiden beraten Union bei der medizinischen Versorgung der Profis, koordinieren zudem die Corona-Testungen im Verein.

Einen etwas weniger launigen Hintergrund hat das natürlich auch. Nach wie vor ist offen, ob es bei Max Kruse bei seinem Ex-Klub Wolfsburg am Sonnabend über 90 Minuten reichen wird. „Es sieht nicht schlecht aus, aber auch nicht ganz gut“, bescheinigte Unions Trainer seinem exzentrischen Star auch noch ein wenig Nachholbedarf, nachdem der größere Teile der Trainingswoche nicht mitmachen konnte. 

Für den Kader sollte es reichen. Und Racing-Fan Kruse genügen ja manchmal auch ein paar Minuten, um das Motto der Neuen Schweizer Welle zu vollenden: Gebt Gas, habt Spaß.