Die Spieler des 1. FC Union feiern im Olympiastadion den Einzug in die Gruppenphase der Conference League. dpa

Das sieht so richtig nach Europapokal für den 1. FC Union aus. Der niederländische Traditionsklub Feyenoord Rotterdam, der tschechische Top-Verein Slavia Prag und das israelische Team von Maccabi Haifa – viel dicker hätten die Gruppengegner in der Conference League für die Eisernen kaum kommen können.

„Wenn uns ein guter Tag gelingt, ist alles möglich. Aber es müssen uns einige gute Tage gelingen, um die Gruppe zu überstehen“, sagt Geschäftsführer Oliver Ruhnert. Zwar gibt es für die Köpenicker erst mal keine Duelle mit AS Rom und seinem Startrainer José Mourinho oder Tottenham Hotspur um Superstürmer Harry Kane, aber die Gruppe E hat es in sich. Alle Gegner sind Union in internationaler Erfahrung deutlich voraus.

Unions Fischer warnt vor der Dreifachbelastung

„Das ist die sportlich schwierigste Gruppe“, meint Ruhnert. Und doch dürfte der Manager auch froh sein. Denn: Zumindest Prag und Rotterdam sind verhältnismäßig leicht von Berlin aus zu erreichen. Tausende Anhänger werden – sofern es die Corona-Lage erlaubt – durch Europa reisen. Dem Team von Trainer Urs Fischer bleiben zudem strapaziöse Trips nach Kasachstan, Armenien oder Aserbaidschan erspart.

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„Das wird ganz sicher seine Auswirkungen haben, wir werden in Situationen kommen, die wir so nicht gewöhnt sind“, sprach Fischer vor dem Los über die Dreifachbelastung mit Liga, Pokal und Europacup. „Es wird nicht einfach, es sind sechs englische Wochen, das ist eine Aufgabe“, meint Fischer. Schon morgen muss Union gegen Gladbach in den Liga-Modus finden, um die Serie von sieben Pflichtspielen ohne Niederlage in drei Wettbewerben fortzuschreiben.

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Der 1. FC Union verwandelte das Olympiastadion gegen Kuopion PS in ein rot-feuriges Tollhaus. Das soll auch in der Gruppenphase so sein.

Seine drei Heimspiele wird Union wie das Play-off gegen Kuopion PS (0:0) wieder im Olympiastadion austragen. Die Atmosphäre vor 22.159 Fans, mehr als im eigenen Stadion Platz finden, gegen die Finnen, hatte bei Fischer für einen „Gänsehaut-Moment“ gesorgt. Gerade das Duell gegen Rotterdam dürfte elektrisieren.

Union will in die K.-o.-Phase

„Wir freuen uns unheimlich, es ist etwas Außergewöhnliches, was wir geleistet haben als Team“, beschrieb Trainer Fischer die Stimmung bei den Eisernen. Kapitän Christopher Trimmel versuchte sich an einer historischen Einordnung. Unions Fußball-Story sei etwas „Außergewöhnliches für die Geschichtsbücher“.

In die K.-o.-Phase einzuziehen, müsse nun das Ziel sein. „Wir sind nicht in die Gruppenphase gekommen, um jetzt da schön herumzureisen“, sagte der Österreicher. Die Spiele beginnen am 16. September und enden am 9. Dezember.

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