Unions Torwart Andreas Luthe freut sich auf die Rückkehr in die alte Heimat Bochum.  dpa

Das Badener Lied in Freiburg zum Beispiel. Oder das „Mer stonn zo dir, FC Kölle!“ in der Domstadt. Natürlich auch Herbert Grönemeyers Bochum, seine Hymne an die Revierstadt. Jedes Mal Gänsehautmomente in den Stadien der Bundesliga vor dem Anpfiff eines Spiels. Für einen Union-Kicker an diesem Sonnabend ganz besonders. Denn Andreas Luthe läuft erstmals, seit er den VfL im Sommer 2016 gen Augsburg verlassen hat, in seiner alten Heimat auf. 

Ein spezieller Moment für den eisernen Torsteher. Woraus er auch keinen Hehl macht. „Egal wie textsicher ich bin, ich werde jetzt nicht lauthals mitsingen, dafür ist der Fokus auf das Spiel schon zu stark. Aber ich werde mich freuen, wenn ich es höre. Grönemeyers Song bei jedem Heimspiel hat in der Stadt eine ganz besondere Bedeutung. Für Bochumer ist das etwas Außerordentliches“, so Luthe, der beim Aufsteiger 2009 erstmals im Kasten der Profis stand.

Noch immer ist der aus Velbert stammende Luthe tief verbunden mit der von Grönemeyer so besungenen „Perle im Revier“. „Das ist mein Verein. Da habe ich mit sechs oder sieben das erste Spiel gesehen mit meinem Vater. Später selbst gespielt. Es ist mein erster Besuch im Ruhrstadion seit meinem Wechsel. Ich müsste lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass das ein besonderes Spiel für mich ist“, erklärte der 34-Jährige.

Luthe bleibt auch nach Fehlern cool

Besonders aufgeregt scheint Luthe, den man ja in der Branche stoische Gelassenheit nachsagt, dennoch nicht zu sein. „Ich konnte beim Training nichts groß feststellen. Natürlich freut er sich drauf. Verständlicherweise. Ich kenne das ja selber noch aus meinen Zeiten als Spieler“ , so Trainer Urs Fischer.

Man könnte Luthe getrost den Spitznamen „Mr. Iceman“ verleihen, so sehr ruht er in sich selber. Selbst nach Fehlern. „Ich kann das ganz gut wegstecken. So viele waren das ja auch nicht. Und auch nichts Grundsätzliches, wo du über dein Spiel nachdenken musst. Fußball ist ein Teamsport. Wenn ich mal ’nen Fehler mache, versuchen das die anderen auszubügeln“, sagte Luthe.   

Mehr Probleme hat Luthe damit, ob denn Familie und Freunde bei seiner Rückkehr live dabei sein können. „Als sie mich gefragt haben, wie viele Karten ich haben möchte, habe ich gesagt: alle“, scherzte der 1,95 Meter große Schlussmann. 13.799 dürfen derzeit rein unter 2G-Regeln. Knapp 400 Karten hat Union an seine Anhänger weitergegeben. Die werden natürlich Luthe auch in seiner Heimat wieder den Rücken stärken.  

Luthe ist immer sehr freigiebig

Und vielleicht haben sie ja auch das Glück, am Ende des Spieltages ihr ganz persönliches Souvenir abzustauben. Luthe ist da immer sehr freigiebig: „Trikots und Handschuhe habe ich fast inflationär verschenkt. Weil es einfach ein tolles Jahr war und wir viele Erfolge gefeiert haben.“ Vielleicht habe Union ein paar Punkte verschenkt, aber: „Wir stehen grundsolide da. Wenn ich mich mal links und rechts umschaue, gibt es anderswo deutlich mehr Unruhe in der Bundesliga.“ 

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