Kleiner Plausch unter alten Bekannten: Max Kruse mit seinem Ex-Trainer Christian Streich vom SC Freiburg. Foto: Matthias Koch

Unionfans müssen nun ganz tapfer sein. Also diejenigen, die partout nicht in die Europapokalränge wollen. Denn Platz sechs – und damit die Quali für mindestens eine Kontinentalreise in den Playoffs für die European Conference League – ist nach dem 1:0-Erfolg in Freiburg absolut in Reichweite. Und dieser Rang soll es am Saisonende schon sein, wenn es nach Max Kruse geht. 

Der Stürmerstar der Eisernen konnte bei dem nächsten Schritt zu diesem Ziel noch nicht wirklich mithelfen. Der Spielverlauf im Breisgau gab das einfach nicht her, um Kruse zu seinem Comeback zu verhelfen, auf das er seit dem Derby im Olympiastadion (1:3) Anfang Dezember hinarbeiten musste. Im Badenländle saß der 32-Jährige erstmals seit elf Wochen wieder auf der Bank der Köpenicker. Und sollte eigentlich – so der Plan – erste Einsatzminuten bekommen in der Schlussphase der Partie

Max muss sich ein bisschen gedulden.

Union-Trainer Urs Fischer

„Es hat vor allem auch mit dem Spielverlauf zu tun. Es geht am Schluss nicht um Max Kruse, sondern um den Erfolg des Gesamten“, erläuterte  Unions Trainer Urs Fischer das Abrücken von seinem ursprünglichen Vorhaben. „Ich glaube, die Jungs, die reingekommen sind, haben es sehr gut gemacht. Max muss sich noch ein bisschen gedulden“, meinte der 55-Jährige. 

Das leuchtet ein. Und natürlich ist Kruse ja auch nicht der alleinige Heilsbringer. Aber es tut den Eisernen eben gut, wenn sie ihn auf dem Zettel haben können. Rein psychologisch gesehen. Und sei es nur als potenziellen Einwechselspiel wie in Freiburg. Einen solchen Unterschiedsspieler in der Hinterhand zu haben, schadet nie. 

Doch um ein 1:0 über die Runden zu bringen, bedarf es eben oft weniger einer neuen Offensivkraft, denn anderer Tugenden. Union überzeugte im Schwarzwaldstadion mit den Dingen, die sie unabhängig von Kruse auch zuletzt meistens ausgezeichnet haben: defensive Stabilität und Robustheit.  Wenn nun mit dem Rückkehrer nach auskuriertem Muskelbündelriss auch noch ein Schuss mehr Kreativität und Spielwitz dazu kommt, bitte sehr. Wird keiner ablehnen. Weder Fischer noch dessen Kollegen. Union war ohne Kruse gut. Doch mit ihm werden sie einfach noch besser. 

Den „MaxDay“ als Anlehnung an das englische MatchDay, als den Kruse das Freiburgspiel selber bezeichnet hatte, gab es nun nicht. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.