Torschuss ins Glück! Marcus Ingvartsen (Nr. 32) trifft zum 1:1 für Union bei den Bayern.  Foto: Matthias Koch

Der Mann des Tages, oder um es genauer zu sagen, der Schütze des Tages, blieb seltsam cool. Marcus Ingvartsen kommentierte den Ausgleichstreffer mit nordischer Unterkühltheit. „Es war schön, mal wieder getroffen zu haben. Es ist ja immer ein sehr schwieriges Spiel hier in München“, lautete sein trockener Kommentar nach dem Abpfiff in der Allianz-Arena. 

EISERN Magazin Nr. 3

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Für Edition Nr. 3 konnten wir Christoph Biermann als Autor gewinnen. Der renommierte Journalist gibt Antwort auf die Frage: Wer sind die eigentlich, diese Unioner? Wir haben mit Kapitän Christopher Trimmel gesprochen, der Einblicke in sein Privatleben gibt. Und wir statteten Professor Bernd Wolfarth und seinem Kollegen Clemens Gwinner in der Charité einen Besuch ab. Die beiden beraten Union bei der medizinischen Versorgung der Profis, koordinieren zudem die Corona-Testungen im Verein.

Dabei bezeichnete sein Manager Oliver Ruhnert diesen Punktgewinn in München sogar als historisch. Wer weiß denn schon, ob uns das in den nächsten 25 Jahren wieder gelingt, so der 49-Jährige in Doppelpass auf Sport1 mit Thomas Helmer am Tag nach dem 1:1 der Köpenicker in München, mit dem die Eisernen die 40-Punkte-Marke knackten und damit den amtlichen Stempel unter das Wort Klassenerhalt drückten. 

Erst Dänen-Debüt, dann Tor in München

Ingvarsten selber hätte durchaus auch ein wenig mehr aus sich herausgehen können. Immerhin zündete er in den letzten Minuten reichlich Danish Dynamite. Jokertor in München – sein dritter in der laufenden Spielzeit – und Einstand nach Maß bei der dänischen Nationalmannschaft. Nach zahlreichen U21-Berufungen durfte er zuletzt im A-Team ran und traf bei seiner Premiere gegen Moldawien (8:0) auch prompt für die Auswahl der Skandinavier. Das nährt seine Hoffnungen, bei der EM im Sommer eine Rolle spielen zu dürfen. Könnte also schlechter laufen für den 25-Jährigen.

Aus seiner Sicht aber vielleicht auch besser. Denn Stammkraft ist er derzeit bei Urs Fischer eher nicht. Obwohl Taiwo Awoniyi und vor allem Sheraldo Becker fehlen. Vor allem der Niederländer hatte Ingvartsen auf dem Flügel zuletzt den Rang abgelaufen. Weil er einfach mehr Geschwindigkeit und mittlerweile auch Torgefahr mitbringt. Und die Schaltzentrale hinter dem Stoßstürmer, die erklärte Lieblingsposition des Dänen, ist mit Max Kruse besetzt. Für Ingvartsen bliebt also nur die ungeliebte Jokerrolle derzeit. 

Am Ende des Tages überwog bei Ingvartsen dann aber doch die Freude über das Erreichte. Zweimal gegen Bayern nicht verloren zu haben, erfüllte ihn ein wenig mit Stolz. „Zwei gute Spiele, zwei Punkte. Nicht schlecht. Und man hat gesehen, dass wir immer zurückkommen können. Auch am Ende. Jetzt schauen wir mal, was noch so geht“, meinte der Däne.  

Damit ist Ingvartsen nicht allein. Wir alle werden gebannt mitschauen.