Und dann zappelt der Ball doch noch im Netz. Cedric Teuchert überwindet Leverkusens Torwart Lukas Hradecky, schießt Union zum 1:0-Sieg gegen Bayer. Foto: City-Press/Matthias Renner

Unter normalen Umständen würden sich alle in Köpenick jetzt über Cedric Teuchert auslassen. Über seine Coolness, dass er nach zwei verpatzten Großchancen doch noch das goldene Tor gegen Leverkusen erzielt hat. Vielleicht wäre es auch ein Thema, dass der Mann des Tages sich neuer Konkurrenz ausgesetzt sieht durch die Verpflichtung von Leon Dajaku. Der 19-jährige Bayern-Stürmer, der bis 2022 beim 1.FC Union agieren soll, trabte am Sonntag erstmals durch den Köpenicker Forst. Doch zum Sport zurückzukehren scheint angesichts der verbittert, teilweise ideologisch geführten Debatte um Rassismus, Trashtalk und Beleidigungen nicht so einfach.

Und doch sollten wir es mal versuchen. Fast ging beim Sieg gegen Bayer und dem damit so gut wie sicher erscheinenden Klassenerhalt, dass den gebürtigen Coburger so etwas wie die Höchststrafe ereilte im Match. Er wurde ein- und wieder ausgewechselt. Teuchert wird es verschmerzen können, schließlich hatte es nichts mit seiner Leistung zu tun. Alles rein taktischer Natur, um Zeit von der Uhr zu nehmen in der Endphase des hitzigen Spiels. 

Teuchert trifft alle 121 Minuten

In der Tat ist der 24-Jährige derzeit so etwas wie Unions gefährlichster Angreifer. Er hat zwar erst drei Treffer erzielt, aber für jedes Tor brauchte er nur 121 Minuten. Damit hängte er bis auf Max Kruse (6 Buden) – auch der trifft im Schnitt alle 121 Minuten – alle anderen Schützen der Köpenicker ab. Joel Pohjanpalo (2), der mit den Fitness- und Rehatrainern  am Sonntag erstmals wieder am Ball arbeitete, netzt alle 128 Minuten ein. Dahinter folgen Taiwo Awoniyi (5/182 Minuten pro Tor), Robert Andrich (4/272), Sheraldo Becker (3/340) und Marvin Friedrich (4/360) 

Am Sonnabend noch in München, am Sonntag schon in der Alten Försterei: Unions Leihgabe vom FC Bayern – Leon Dajaku. Foto: Matthias Koch

„Dass Teuchert da das Tor schießt, das kann man nicht so erfinden“, bejubelte Manager Oliver Ruhnert den Treffer, bei dem Teuchert durchaus das Glück Pate stand. Denn Lukas Hradecky war dran am Ball, aber er trudelte anders als bei den Vorversuchen doch noch ins Netz. 

Grundsätzlich ist man in Köpenick nicht unzufrieden mit der Entwicklung Teucherts. Aber Ruhnert fand dennoch ein paar mahnende Worte. „Gegen Dortmund und Stuttgart hat er gute Spiele gemacht. Er muss dran bleiben und nicht immer zu schnell diese Zufriedenheits-Gen haben“, so der 49-Jährige. 

Das konkretisierte er dann noch ein wenig. „Er muss sich quälen, auch mal annehmen, wenn er nicht auf den Positionen zum Einsatz kommt, wo er sich am wohlsten fühlt“, sagte Ruhnert. Das sei eben nicht immer einfach. Aber ein Kruse oder Sheraldo Becker sind eben gesetzt, wenn sie gesund sind.