Vergebliche Liebesmüh: Christopher Trimmel und Marvin Friedrich im vollen Einsatz gegen Herthas Lucas Tousart. Foto:
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Christopher Trimmel war bedient. Diese Derby-Niederlage wurmte ihn. Ohne Robert Andrich Vorwürfe zu machen, stellte er die Frage in den Raum, ob Union mit Elf gegen Elf das Derby nicht verloren hätte. Warum denn nicht? Wir haben ein gutes Selbstvertrauen, sagte der Kapitän der Eisernen noch im Olympiastadion. 

Mehr noch aber beschäftigten ihn die Auswirkungen auf die kommenden Spiele. Andrich wird auf jeden Fall gesperrt fehlen. Aber auch Max Kruse verletzte sich kurz vor Schluss. So wie er gestützt vom Feld humpelte, sah das nicht gut aus. 

Die Bilder, wie der 32-Jährige minutenlang mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen lag und später beim Gang in die Kabine sein Bein kaum belasten konnte, lassen jedoch Schlimmstes befürchten. Der Ex-Nationalspieler war in der Nachspielzeit nach einem leichten Schubser von Niklas Stark ins Straucheln geraten und dabei offenbar umgeknickt.

Kruse mit Schmerzen: Lange Pause befürchtet

Er habe in der Kabine „kurz“ mit seinem Stürmer gesprochen, sagte Fischer in der Pressekonferenz, „er hat Schmerzen.“ Und dem Trainer bereitet das Kopfzerbrechen. Kruse ist mit elf Scorerpunkten und seiner unberechenbaren Art bislang die Schlüsselfigur im Offensivspiel von Union.

Derzeit laufen die Untersuchungen noch. Aber wenn es wirklich das Knie sein sollte, dann ist in diesem Jahr erst einmal Schluss für Unions Unterschiedsspieler. Die Pause könnte sogar noch länger werden. „Ich wünsche unseren verletzten Spielern alles Gute. Ich hoffe, die  werden schnell wieder fit. Das ist das Wichtigste“, sagte der 33-Jährige.

Gestützt von der medizinischen Abteilung der Eisernen humpelt Max Kruse vom Feld. Foto:
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Natürlich ist es hypothetisch darüber nachzudenken, was passiert wäre, wenn Andrich sich nicht übermotiviert die Rote Karte eingefangen hätte. Doch auch in Unterzahl agierten die Köpenicker lange Zeit sehr geschickt. Auch weil Hertha einfallslos auftrat. „Wir haben bis zur Pause wenig zugelassen. Das haben wir gut gemacht. Aber wenn du 70 Minuten in Unterzahl bist, fehlt dann irgendwann auch einfach mal die Kraft“, gab Trimmel offen zu.

Das Gegentor ist vielleicht zu früh gefallen glaubte auch Trainer Urs Fischer. Danach brachen dann die Dämme. Auch weil Torwart Andreas Luthe keine sonderlich glückliche Figur abgab, vor dem 1:1 den Ball nicht festhalten konnte und das 1:2 mit einem Fehlpass einleitete. Am Ende der Fehlerkette stand dann Julian Ryerson, der auf ungewohnter Position als Innenverteidiger auch nicht übermäßig glänzen konnte und den Schuss von Piatek noch abfälschte.

„Du verlierst das Derby, du verlierst einen Spieler mit Rot und vielleicht einen Spieler verletzt. Es war ein gebrauchter Tag“, lautete das Fazit des gebürtigen Burgenländers. Der sich anschließend trotzig gab und den Fans Mut machte: „Es gibt noch ein zweites Spiel.“