Unions Kapitän Christopher Trimmel in einem Tattoo-Studion Foto: imago images/Camera 4

Berlin - Wohl dem, der sich zu beschäftigen weiß in diesen Tagen. Unions Mannschaftskapitän Christopher Trimmel widmet sich in der Trainings- und Spielpause in der Bundesliga seinen kreativen Hobbys. Also dem, zu dem er sonst nicht so kommt, wenn man mal von Trainingslager absieht, in denen er gerne zu Kunst-Büchern  greift, um sich auf dem Gebiet weiter zu bilden. „Zu Hause wird mir auch nicht langweilig, ich versuche mich täglich künstlerisch zu entfalten und weiterzuentwickeln, indem ich viel male und Tattoos entwerfe“, sagte 33-Jährige beim Podcast-Kanal "DerSechzehner.de".

Seine übliche Freizeitgestaltung mit Kaffeehaus-Besuchen liegt in diesen Tagen, wo alle gastronomischen Einrichtungen gechlossen sind,  ja auch brach. Der österreichische Nationalspieler, der ja schon bei Union unter anderem den Körper von Masseur Thomas Riedel verziert hat, ist seit Jahren bekennender Tattoo-Fan. Sein Körper ist daher auch über und über verziert, mehr so als Gesamtkunstwerk zu betrachten.

Der Zivildienst unterbrach sein einstmals in Wien  begonnenes Bauingenieursstudium, danach hatte er eine andere Idee. "Ich wollte Sport- und Zeichenlehrer werden", verriet der eiserne Spielführer. Der Fußball kam dazwischen, die Liebe zur Kunst aber blieb. Und könnte durchaus nach seiner Zeit als Aktiver eine große Rolle spielen in seinem Leben.  Der gebürtige Burgenländer habe seine Tätowier-Tätigkeit „seit über einem Jahr als Gewerbe angemeldet, aber aktuell mache ich natürlich nichts.“ Alle Tattoo-Studios haben ja auch geschlossen und Homedienste - quasi  pieksen to go - sind ja aus hygienetechnischen Gründen behördlicherseits untersagt.  

Trimmel tätwierte zwei bis dreimal die Woche

Vor der Corona-Pandemie habe er aber durchaus „zwei- bis dreimal“ die Woche tätowiert, so der Rechtsverteidiger. Seine malerischen Kunstwerke präsentiert Trimmel den Fans oft auf seiner Instagram-Seite. „Ich male mit Öl und aktuell auch mit Acryl und gehe auf die Schiene Realismus, also Porträts. Aktuell male ich eine Freundin von mir“, sagte Trimmel: „Das macht mir Spaß.“

Zumindest findet er neben seiner körperlichen Ertüchtigung mit individuellen Trainingsplänen nun etwas mehr Muße. Anders ergeht es da derzeit seinem noch in der Heimat lebendem Bruder.  Der arbeitet im Unfallkrankenhaus Wien auf der Intensivstation, auf der auch schwere Corona-Fälle behandelt werden.

„Alle sind gesund, das ist das Wichtigste“, erklärte  Trimmel, der Menschen wie seinen Bruder und  dessen Kollegen derzeit für die wahre Helden in der Coronakrise hält.  „Die schieben dort auch 24-Stunden-Dienste, rackern sich ab, es gibt ja nicht nur Corona-Fälle. Ich glaube, die meisten hatten gar nicht so groß Angst davor, sich zu infizieren, sondern dass alle in Quarantäne müssen. Ich hoffe, dass alle Länder das in den Griff bekommen.“

Am 6. April soll es für Trimmel sportlich weitergehen

Bis zum 6. April kann Trimmel sich noch verstärkt seinem Hobby widmen. Dann wollen die Eisernen den Trainingstrieb wieder aufnehmen. In Kleingruppen und unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. "Die Spinde in der Kabine wurden auseinandergeschoben und auf zwei Kabinen verteilt“, hatte Unions Manager Oliver Ruhnert ja schon vor ein paar Tagen verraten.

Das Land Berlin hat zwar sämtliche sportlichen Aktivitäten bis nach Ostern untersagt, aber die Köpenicker bekamen ja eine Ausnahmegenehmigung erteilt.  Ob das aber wirklich so kommt, bleibt abzuwarten.