Frankfurt war erst sein zweiter Einsatz für Union in der Rückrunde, aber Florian Hübner warb ganz stark für seine Weiterbeschäftigung. Foto: imago images/HJS

Berlin  Es war die Schrecksekunde  für Union. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hielt Florian Hübner seinen Schädel in eine Flanke von Frankfurts Evan N’Dicka und der Ball segelte am fangbereiten Rafal Gikiewicz und zum Glück auch um Zentimeter am langen Pfosten vorbei. Es wäre das unangebrachte Führungstor der Hessen gewesen. Und vielleicht hätte die Partie dadurch einen anderen Verlauf genommen.

Nein, diese Gefallen tat Unions Innenverteidiger seinem Herrn Papa beim 2:1-Sieg zum Glück nicht. Hübner Senior, Bruno mit Vornamen, ist ja bekanntlich Sportdirektor bei den Adlerträgern. Auch wenn Unions Hübner später beim 1:2-Anschlusstreffer der Eintracht unglücklich einen Schuss von André Silva abfälschte und die unerbittliche DFL dieses Malheur als Eigentor bewertete, kannte der eiserne Innenverteidiger in diesem Kick keine Verwandten, sondern half kräftig mit, drei Überraschungspunkte vom Main zu entführen. 

Hübner wartet auf nächste Bewährungschance

Dabei stand sein Einsatz erst nach dem Abschlusstraining der Köpenicker fest. Keven Schlotterbeck konnte es zwar voll durchziehen, aber Urs Fischer ließ Vorsicht walten. „Es sind ja noch elf Runden. Da wollte ich keinen Rückfall riskieren bei Keven, nachdem er drei, vier Tage krank gewesen war. Bei Hübe war es ja nicht das erste Mal, dass er einspringen musste. Er hat das auch heute wieder toll gemacht. Freut mich auch für ihn. Es war ja ein bisschen ein Familienduell für ihn“, lobte Fischer den 1,91 m Abwerrecken. 

Es ist das große Plus der Köpenicker im Klassenkampf in der Elitespielklasse, dass deren Hintermannschaft gut organisiert ist. Egal wer spielt. Mit Marvin Friedrich, Neven Subotic, Schlotterbeck und eben Hübner hat Fischer ein ganz starkes Quartett zur Verfügung. und Michael Parensen war ja bei seinen sechs Bundesligaspielen auch nicht abgefallen.

Dicht daneben, aber zum Glück nicht drin. Hübners Kopfball (M.) segelt am langen Pfosten vorbei.
imago images/Jan Huebner

Kein Wunder dass die Köpenicker im Vergleich zur Konkurrenz mit 36 Gegentoren deutlich weniger Buden gefressen haben. Acht Teams sind da schlechter. Zum Teil deutlich. Der Grundstein der Mission Klassenerhalt für die Eisernen.

Gegen Wolfsburg am Sonntag (13.30 Uhr/Stadion An der Alten Försterei) wird Florian Hübner wohl wieder für Keven Schlotterbeck weichen müssen. Schon bitter für ihn. Aber da Schlotterbeck schon bei vier Gelben Karten steht, wird die nächste Bewährungschance für den 28-Jährigen wohl bald schlagen.