Unions Genki Haraguchi (r.)  – hier im Duell mit Bayerns Jamal Musiala – kommt immer besser bei den Eisernen in Schwung.  City-Press/Matthias Renner

Er hatte sich viel vorgenommen. Schon im Sommer, als sein Wechsel von Zweitligist Hannover 96 zum 1. FC Union feststand. Genki Haraguchi wollte zeigen, dass er das Zeug dafür hat, in der Bundesliga zu spielen. Dass sein erstes Engagement in Berlin bei Hertha unter einem unglücklichen Stern stand. Teils weil er zu jung gewesen war, sich zu sehr unter Druck setzte und teils weil er meist auf dem Flügel ran musste. Und dadurch verkrampfte. 

In Köpenick kommt der mittlerweile 30-Jährige mehr zentral zum Zug. Was ihm und dem Spiel der Eisernen guttut. Auch wenn der Weg dorthin nicht ganz eben war.

Haraguchi wird bei Union immer besser

Am Anfang wirkte Haraguchi, der seit Jahren bei den Blue Samurai – also der japanischen Nationalmannschaft – nicht wegzudenken ist, mehr so wie ein Ronin in den Reihen der Eisernen. Also ein Kämpfer, der keinen Herren hat und keiner Sache wirklich zugehört. Er fremdelte als Offensivgeist mit der kompakten, auf Defensive und Pressing betonten Spielweise der Eisernen.

Mittlerweile wurde Haraguchi in Köpenick aber vom Ronin zum roten Samurai. Er hat die Besonderheiten des eisernen Spiels jetzt verinnerlicht. In allen zehn Bundesligapartien kam er zum Einsatz, wurde höchstens mal aus Gründen der Belastungssteuerung auf die Bank gesetzt. Dazu kommen fünf Einsätze im Pokal und in Europa.

Beim 2:5 gegen den FC Bayern konnte er zum dritten Mal in dieser Spielzeit einen Assist für sich verbuchen. Fehlt eigentlich nur noch ein Tor! Wofür er aber noch mehr den Abschluss suchen müsste.

Fischer lobt Haraguchi 

Sieht Trainer Urs Fischer übrigens ähnlich, lobt: „Genki ist viel gelaufen. Auch im Spiel mit dem Ball. Nach ein bisschen Anfangsschwierigkeiten ist er jetzt richtig drin. Er hat eine Klarheit im Spiel, kann immer wieder Situationen für uns kreieren.“

Haraguchi ackert mittlerweile – nach vorne wie nach hinten. Ist für viele Balldiebstähle verantwortlich und kurbelt das Konterspiel der Köpenicker mächtig an. Er läuft und läuft und läuft, bis er nicht mehr kann. Das imponierte auch Fischer nach dem 2:5 gegen die Bayern: „Genki war unermüdlich. Er hat ein gutes Spiel gemacht.“

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