Im Hinspiel in Hoffenheim trumpfte Max Kruse (vorn) groß auf, schoss ein Tor und legte zwei auf.  Foto: Imago/Markus Ulmer

Nun, man muss sie nicht unbedingt Schießbude nennen. Aber sattelfest sieht anders aus beim sonntäglichen Gast der Eisernen (13.30 Uhr/DAZN). 39 Gegentreffer kassierte die TSG Hoffenheim bislang. Nur Hertha BSC (40), Mainz (43) und Schalke (56) haben mehr Tore hinnehmen müssen. Womit das Rezept für den 1. FC Union klar ist: Setzt die Kraichgauer gehörig unter Druck. Klares Motto: Treffen! Siegen! Genießen!!! – kurz TSG.

Treffen! Zuletzt nicht die Paradedisziplin der Köpenicker. Nur ein Tor gelang in den letzten drei Spielen. Aber mit der Rückkehr von Max Kruse, mit einem Petar Musa und einem Leon Dajaku auf der Bank könnte sich das Blatt bald wieder wenden. Zumal einzig die Königsmauen aus Schalke dem Gegner mehr Großchancen gestatteten als die TSG (42), die zudem gerade in der Anfangsviertelstunde oft nicht wirklich präsent ist. Fünfmal gerieten sie in einen so frühen Rückstand. Lediglich Köln ist da mit bislang sieben raschen Gegentoren noch schlafmütziger. Für die Eisernen ist dies hingegen eine ihrer Lieblingsübungen. Platz zwei in der Blitzstarter-Tabelle steht da mit acht Treffern zu Buche. Nur Leverkusen ließ es einmal mehr klingeln.

Kruse ist ein außergewöhnlicher Individualist

TSG-Coach Sebastian Hoeneß

Siegen!! Im Hinspiel war Max Kruse der Dreiergarant der Eisernen. Ein Ding gemacht, zwei aufgelegt. Schon sein allererstes Bundesligator schoss der 32-Jährige vor zehn Jahren, damals noch im Trikot des FC St. Pauli, gegen die TSG. Gegen keinen anderen Klub der Liga traf der 32-Jährige häufiger. Es wird Zeit für alle Neune! Damit der Dreier eingetütet werden kann. Der Respekt bei den Badenern ist auf jeden Fall groß vor Kruse. „Kruse ist ein außergewöhnlicher Individualist“, weiß TSG-Trainer Sebastian Hoeneß, Sohn des ehemaligen Hertha-Manager Dieter und Neffe von Bayern-Boss Uli Hoeneß.

Genießen!!! Mit einem Heimsieg würde das Wort Festung Alte Försterei untermauert. Die Eisernen haben zwar seit zehn Spielen dort nicht mehr verloren, lediglich der Ligaauftakt gegen Augsburg ging in die Hose. Aber es gelangen auch nur vier Sieg bei sechs Unentschieden. Also würde ein Dreier die Bilanz etwas aufhübschen. Und dann könnten die Köpenicker ihre ohnehin sehr komfortable Situation vollends genießen. Nur einmal seit der Einführung der Dreipunkteregel 1995 musste ein Team mit 36 Zählern direkt runter (1997/98 Köln). In etwas mehr als der Hälfte der Fälle langte es zumindest für den Relegationsplatz., in 14 von 25 Fällen sogar zum direkten Klassenerhalt. Selbst Trainer Urs Fischer gibt zu, dass es „ein weiterer Schritt zum Ziel“ wäre. Gelinde gesagt ein großer. Nach – muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – zwei Dritteln der Spielzeit!!  Womit die Restsaison einfach nur noch genossen werden könnte.