Will seine Töppen schnellstmöglich auch wieder in Pflichtspielen schnüren: Unions Grischa Prömel. imago/Matthias Koch

Den Rasen hat er in den letzten Wochen im Training schon gerochen, ihn beim 2:0-Test bei Regionalligist Lichtenberg 47 auch endlich wieder als Spieler betreten. Jetzt lechzt Grischa Prömel (letztes Spiel Ende April, OP im Sommer) nach ernsthaften Einsätzen. In der Liga. Womöglich schon gegen Augsburg kommendes Wochenende. Und natürlich auch europäisch. 

„Ich will auf jeden Fall international spielen. Das ist ein Riesenerlebnis. Da will ich ein Teil von sein“, meinte der 25-Jährige nach seinem Comeback. Und sprach damit ein großes Wort gelassen aus. Denn nicht alle im Kader der Köpenicker werden in diesen Genuss kommen. 

Aus dem ursprünglich bei der Uefa hinterlegten 25er-Aufgebot ist nur einer verschwunden. Marcus Ingvartsen ging ja nach Mainz. Der nach Fürth gewechselte Sebastian Griesbeck hatte ja gar nicht erst drauf gestanden.  Wäre also ein Platz für den Silbermedaillengewinner von Rio 2016 frei. Theoretisch. 

Union muss Kaderliste für Conference League nominieren

Allerdings hat Union ja mit Kevin Möhwald und Bastian Oczipka zwei Neuzugänge, denen ebenfalls bei den Eisernen eine Rolle zugedacht ist. Der zuvor vereinslose Oczipka hat zwar nach seiner nur individuellen Vorbereitung noch Nachholbedarf, aber die Gruppenphase erstreckt sich ja bis Dezember. Und er würde die Flexibilität bei der Truppe von Trainer Urs Fischer erhöhen, die dann auch auf eine Viererkette setzen könnte. Möhwald hingegen wurde ja ausdrücklich geholt, damit auf der Sechs nicht nur Rani Khedira herumturnen muss. 

Hoffnungen machen sich bestimmt auch Pawel Wszolek, Rick van Drongelen und Anthony Ujah. Auch Keita Endo. Der allerdings hat in dieser Saison noch keine einzige Sekunde gespielt, in der Liga und in den Play-offs zur Gruppenphase nicht mal im Kader gestanden. 

Vier Plätze des 25er-Kaders, der der Uefa unter der Woche benannt werden musste, sind ja ohnehin an Spieler aus dem eigenen Nachwuchs vergeben. Bleiben 21 Profis, die Fischer glücklich machen kann. „Oder eben nicht. Ich bin froh, dass ich diese Entscheidung nicht treffen muss“, hatte Manager Oliver Ruhnert jüngst zugegeben.

Union ohne einen fitten Prömel auf Europatour? Irgendwie schwer vorstellbar. Doch erst die Liga, dann das Vergnügen. „Jetzt muss erst einmal wieder Rhythmus rein, dann müssen die Abläufe zurückkommen“, so Prömel. Denn die Zeit ohne Mannschaftstraining tat ihm schon weh. 

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