Unions Grischa Prömel versucht, einen Ball festzumachen. Von hinten naht Bayerns Serge Gnabry. Foto:  Matthias Koch/Pool

Robert Lewandowski? Oder gar Thomas Müller? Grischa Prömel freut sich auf ganz andere Akteure beim Hit am Sonnabend gegen die Bayern in der Alten Försterei (18.30 Uhr). Ihn reizt das Wiedersehen mit einem ganz speziellen Münchner Trio am meisten. Namentlich mit den Herren mit Niklas Süle, Leon Goretzka und Serge Gnabry.

Mit denen hat er nämlich eine gemeinsame Vergangenheit. 2016 gehörten alle zum Aufgebot, das in Rio bei den Olympischen Spielen die Silbermedaille gewann. So etwas schweißt natürlich zusammen. „Ich freue mich, sie wiederzusehen und mit ihnen ein bisschen zu quatschen. Mal hören, wie es so bei denen abläuft nach dem überragenden letzten Jahr mit dem Champions-League-Sieg. Ich habe sie seitdem nicht getroffen“, meinte der 25-Jährige.

Erinnerungen austauschen. Bisschen Small Talk. Was man eben nach dem Schlusspfiff so macht. Prömel gehört zu den Menschen, denen das Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“ fremd ist. Er hält weiterhin engen Kontakt zu den alten 2019er-Aufstiegshelden von Union. „Ruhm ist vergänglich, das weiß ich auch. Aber genau wie bei Rio bleibt da eine Verbundenheit. Weil es da so viele schöne Erinnerungen gibt. Selbst zu Marc Torrejon habe ich immer noch Kontakt, auch wenn er die Karriere beendet hat und in Spanien ist“, sagte Prömel.

Grischa Prömel (2. v. r.) und Serge Gnabry (l.) nach dem Gewinn der Silbermedaille auf der Ehrenrunde in Rio bei den Olympischen Spielen 2016. Foto: imago images/Sven Simon

Einfacher ist es natürlich, sich bei denen auf dem Laufenden zu halten, die noch in Deutschland aktiv sind. „Ich schaue immer jedes Wochenende, ob sie spielen. So wie bei Felix Kroos oder Ken Reichel. Der Aufstieg prägt einen und schweißt mehr zusammen, als wenn es eine normale Saison gewesen wäre“, so Prömel.

Apropos Olympia. Vergangenen Freitag beim Derby war Prömel den Ringen so nah wie lange nicht mehr. Im Olympiastadion war U21- und Olympiaauswahl-Trainer Stefan Kuntz zu Gast, um Kandidaten für Tokio 2021 unter die Lupe zu nehmen. Vorrangig schaute er sich dabei Herthaner an. Doch was spricht dagegen, dass Prömel ins Aufgebot rutscht, wenn seine Leistung stimmt? Sicher, die Altersgrenze zu einer U23 hat er überschritten. Aber bei diesem Turnier dürfen ja auch drei Akteure, die älter sind, mitmischen.  Würde ihn so etwas reizen? „Definitiv! Ich würde jedem, der die Chance hat, zu Olympia zu fahren, nahelegen, das auch zu machen. Das war eine sehr einprägsame Zeit und für mich und meine Karriere Gold wert“, so Unions Mittelfeldspieler.

Zukunftsmusik. Zunächst steht der Rekordmeister auf dem Programm. Und das wird nicht einfach. „Die Bayern haben Qualität ohne Ende. Aber die haben momentan auch  Spiele ohne Ende und Personalsorgen. Wir hoffen, dass die hier was liegen lassen“, so Prömel.

Und wie war das jetzt mit der Vorfreude auf Tormaschine Lewandowski? Da hält sich die Begeisterung in Grenzen, wie Prömel ehrlich zugibt. „Auf Thomas Müller freut sich jeder. Es ist aber nicht so, dass ich drei Tage nicht schlafen kann, weil es heißt, am Wochenende spiele ich gegen Lewandowski.“