Kein gutes Pflaster für Unions Marvin Friedrich. Im Gladbacher Borussiapark gab es für ihn bislang wenig zu holen. Außer vielleicht eine gelbe Karte. Foto: imago images/Moritz Mueller/Team2/Pool

Gladbach, der Borussia-Park. Für Marvin Friedrich ein besonderer Ort. Denn dort feierte er seine Bundesliga-Premiere. Etwas, von dem er als kleiner Junge immer geträumt hatte und was einem, der aus Kassel stammt, nicht zwingend in die Wiege gelegt wird. 

Sechs Jahre ist das her. Unions Innenverteidiger, der seit 2011 in Schalkes Nachwuchsleistungszentrum kickte, wurde von Jens Keller beim Stande von 1:3 nach 71. Minuten eingewechselt. Am Ende hieß es dann sogar 1:4 für die Knappen. In Gelsenkirchen wurde es dann nichts mehr mit der Karriere. Über den Umweg Augsburg ging es für den 1,92 Meter großen Abwehrspieler dann zu Union.

Wir werden einen Plan haben

Unions Marvin Friedrich

Ein Glücksfall. Beidseitig. Friedrich wurde unumstrittener Stammspieler, köpfte in der Relegation in Stuttgart den Ausgleich zum 2:2 (18/19) - ein Tor gleichbedeutend mit dem Aufstieg - und landete mit den Eisernen in Deutschlands Eliteklasse. 

„Ich spiele bei einem Bundesligisten. Ich darf Bundesliga spielen. Besser kann es nicht laufen. Das hat man früher, als man klein war, nicht gedacht, dass man das mal schaffen würde. Ich darf mich glücklich schätzen, dass ich jetzt hier bin, und das auch noch bei so einem Verein“, zeigte sich Friedrich mit seinem ersten echten Bundesligajahr nicht unzufrieden.

Kann er ja auch. Klassenerhalt geschafft. Ordentliche Leistungen gezeigt. Nun soll es weitergehen. „Ich denke, dass wir im letzten Jahr gewachsen sind. Als Team und einzeln. Sich gegen die Besten auf dem Platz zu behaupten und durchzusetzen, man wächst an den Aufgaben. Und ich denke, dass wir das als Verein ganz super geschafft haben“, meinte der  24-Jährige.

Nun kommt sein dritter Auftritt bei den Fohlen. Wie hieß es einst bei Werder unter Otto Rehhagel? Dreimal ist Bremer Recht. Wäre doch auch was für Union! Nachdem es weder 2014 mit den Knappen noch im Vorjahr mit den Eisernen (1:4) geklappt hat, will Friedrich da endlich mal was reißen. „Die sind zwar eine Topmannschaft. Sehr spielstark, die werden uns was abverlangen. Aber ich denke, dass wir einen guten Plan haben und dass wir Chancen haben, da was mitzunehmen.“