Unions Kapitän Christopher Trimmel (r.) – hier im Zweikampf mit Augsburgs Iago – bleibt trotz der Serie von fünf sieglosen Spielen gelassen.  Foto: dpa/Matthias Balk

Krise? Was für eine Krise? Unions Kapitän Christopher Trimmel sieht nach fünf sieglosen Spielen in Folge keinerlei Anlass dafür, Panik zu schieben. Der eiserne Flankengott und Vorbereiter – schon sechs Assists in dieser Spielzeit – bleibt die Ruhe selbst. So denkt Unions Capitano über die derzeitige Situation der Köpenicker. Christopher Trimmel über ...

... die Ergebnisdelle: Gott sei Dank ist es so, dass wir intern keine Krise ausrufen. Das ist völlig normal, dass so eine Serie mal kommt. In der letzten Saison hatten wir vor der Corona-Unterbrechung und nach Wiederbeginn auch mal so eine Phase, da waren es, glaube ich, sogar sieben Spiele am Stück. Außer den Bayern geht es doch jeder Mannschaft im Laufe der Saison einmal so. Man muss es auch mal akzeptieren, wenn man im Spiel nicht gewinnt oder verliert. Das gehört zum Fußball dazu.

... was ihn zuversichtlich stimmt: Uns ist und war wichtig die Art und Weise, wie wir gespielt haben. Wenn wir jetzt alle Spiele schlecht gespielt hätten, dann wäre das schlimmer. Positiv ist, dass wir uns Torchancen erspielen. Als Max Kruse verletzt ausfiel, haben viele gedacht, da wird etwas wegbrechen. Das ist aber auch nicht passiert. Jetzt haben wir eben eine kleine Phase, wo wir vielleicht nicht so das Selbstvertrauen haben und uns auch etwas das Matchglück fehlt. 

Trimmels Zukunft ungeklärt

... seine fehlende Torgefahr und seinen ersten Bundesligatreffer: Die Kritik muss ich mir gefallen lassen (lacht). Und ohne Scherz. Ich bin Verteidiger, bei dem Thema mache ich mir keinen Druck. Das wäre anders, wenn ich Stürmer wäre. Da könntet ihr jetzt Minuten zählen. Aber in einer Viererkette ist es nun mal schwierig, als Rechtsverteidiger zu Abschlüssen zu kommen. In der Fünferkette bin ich etwas offensiver aufgestellt, da kommt das eher infrage. In Augsburg war ich ja schon nahe dran. 

... seinen auslaufenden Vertrag: Das ist derzeit alles offen. Aber ich fühle mich wohl bei Union, spiele in der Liga, wo jeder hinmöchte. Die deutsche Bundesliga ist top, top, top. Wenn man sich so gut fühlt, wie ich mich jetzt, und in so einer geilen Liga spielt, muss man schauen, ob man wirklich in eine exotische Liga wechselt. Auch mal auszubrechen aus dem, was man kennt, bezog sich für mich mehr auf meine seinerzeitige Situation bei Rapid. Das war damals ein wichtiger Schritt für mich. In Österreich haben wir ja viermal im Jahr gegeneinander gespielt.

...  die 11Freunde-Aktion „Auf eurer Seite“ zur Unterstützung homosexueller Fußballer: Wenn man darüber spricht, hat man schon etwas angestoßen. Dass man sich darüber Gedanken macht und austauscht, erfüllt den Sinn und Zweck. Das ist ähnlich wie beim Thema Rassismus. Da sind wir schon viel weitergekommen. Damals ist auch ein Ruck durch die Mannschaften und die Liga gegangen. Es wird Zeit, dass man auch über dieses Thema spricht. Ich würde jeden unterstützen, der sich damit an die Öffentlichkeit wendet.