Torschützen unter sich: Unions Kapitän Christopher Trimmel (l.) bejubelt sein Tor zum 2:1 zusammen mit Ausgleichstorschütze Max Kruse. Foto: dpa/Odd Anderson

„Mit 17 hat man noch Träume“, trällerte einst Peggy March. Mit 34 nicht minder. Christopher Trimmel, 34 Lenze jung, träumt ja von einer Karriere als Tätowier-Künstler nach dem Fußball. Und von der Teilnahme an der EM-Endrunde 2021. Einen anderen Herzenswunsch hat er sich am Sonnabend beim 2:1 gegen Köln verwirklicht – der Burgenländer schoss in seiner 54. Bundesligapartie seinen ersten Bundesligatreffer für die Köpenicker! 

Der Matchwinner gegen den 1. FC Köln wie jedermann weiß. So brach es aus dem österreichischen Nationalspieler auch richtig heraus, als die Kugel im Netz zappelte. „Der Torjubel war schon fast ein bisschen abgesprochen, ein bisschen den Kloppo gemacht“, kommentierte Unions Capitano die Szenen danach. Liverpools Erfolgstrainer Jürgen Klopp ist ja für seine exaltierten Jubelsprünge nicht ganz unbekannt.

„Da ist schon recht viel von mir abgefallen. Ich glaube, man muss sich schon viel Kritik gefallen lassen, wenn man in der Fünferkette immer wieder offensive Aktionen hat. Mit den Assists hat es ja immer wieder gut geklappt, mit den Toren nicht. Von daher bin ich jetzt mal froh, dass mir das gelungen ist“, meinte der  Außenbahnspieler. Als Torjäger geht er nun wirklich nicht in die eiserne Geschichte ein. Inklusive Relegation zum Bundesliga-Aufstieg trug Trimmel 207-mal den Dress der Köpenicker. Notiert sind inklusive Sonnabend ganze drei Treffer.

Aber das ist ja nun mal nicht die Kernaufgabe des einstigen Geographie- und Sportstudenten. Gewohnt sachlich ordnete Trainer Urs Fischer die Vorstellung seines Spielführers ein nach drei ganz wichtigen Punkten. „Er hat sich belohnt für eine engagierte Leistung“, so der Schweizer Fischer über den Österreicher. Für seinen jüngsten Treffer spendierte sich Trimmel erst einmal „ein kühles Blondes“, wie er via Instagram verriet. Zu den virtuellen Gratulanten gesellten sich Marvin Friedrich sowie die beiden Ex-Unioner und heutigen Braunschweiger Martin Kobylanski und Felix Kroos sowie zahlreiche aktuelle Kollegen.

Seit sieben Jahren ist der einstige Rapid-Stürmer nun Eisern. Die Verhandlungen über ein weiteres Jahr laufen. Nach Wien zurückkehren kann der bekennende Konzertgänger und Musikliebhaber (Heavy Metal, Punk) auch später noch. Ein weiteres Jahr Bundesliga mit Union, womöglich gar Europa Cup? Mehr Rock’n’Roll geht ja kaum.