Union-Star Bastian Oczipka erhält von Dirk Zingler, dem Präsidenten des 1. FC Union Berlin, zum Abschied einen großen Blumenstrauß. City-Press/Moritz Eden

Er ist der Mann, der binnen zwölf Monaten vielleicht zweimal in seinem Leben beim 1. FC Union verabschiedet werden könnte. Diesen Sonnabend gab es ja Blumen und das überlebensgroße Porträt zum Abschied für Bastian Oczipka. Doch das letzte Wort muss da noch nicht gesprochen sein. Es könnte ein Comeback geben für den 33-Jährigen in Köpenick, wie Union-Manager Oliver Ruhnert verriet.

„Wir haben damals mit Bastian Oczipka einen Vertrag geschlossen in der klaren Überzeugung, dass er uns in dieser Saison helfen würde. Wir wurden damals ja sogar ein bisschen belächelt dafür. Er kam ja aus einem Jahr, wo er mit Schalke sang- und klanglos abgestiegen ist. Und er wollte erst einmal gar nichts mehr hören von Fußball. Dann kommt er mitten in der Saison ohne Vorbereitung. Wir glaubten aber daran, auch wenn wir es nicht wussten. Dass es sich so als Win-Win-Situation darstellt, ist eine richtig gute Sache“, so Oliver Ruhnert.

Das Dilemma dabei, obwohl beidseitige Zufriedenheit herrscht, sind: begrenzte Planstellen! „Wir müssen uns aber jetzt damit befassen, wie sich die neue Saison planen lässt. Daher gibt es manchmal Entscheidungen im Profifußball. Stand heute, Stand morgen, Stand übermorgen ist es halt so, wie es ist. Basti kann damit umgehen. Alles Weitere wird man sehen“, so Ruhnert, der aber eine Neubewertung der Situation nicht ausschließen wollte.

Wenn Puchacz weg will, kommt Oczipka wieder ins Spiel

Natürlich ist das Zukunftsmusik. Stand jetzt ist Oczipka weg. Und Tymoteusz Puchasz kommt aus der Türkei von Trabzonspor zurück. Doch der Linksverteidiger hat ja schon medial vorgetragen, dass er sich einen Verbleib beim türkischen Meister vorstellen kann. Ihm kommt es darauf an, möglichst viel Matchpraxis zu bekommen, damit er bei der Winter-WM in Katar bei den Polen eine Rolle spielen kann. Die Chancen dafür schätzt der 23-Jährige an der Schwarzmeerküste offenbar höher ein als am Müggelsee.

Mitgeteilt hat Puchacz das Union offiziell noch nicht. Doch man ist in der Wuhlheide ja nicht auf den Kopf gefallen. Zeitung lesen kann man zudem auch. Es wird aber auch eine Frage des Preises sein. Die Köpenicker wollen mindestens die 2,5 Millionen Euro Ablöse sehen, die sie vorigen Sommer an Lech Posen überwiesen. Zumal die Leihgebühr mit 200.000 Euro ja auch nicht gerade üppig gewesen war.

Oczipka hatte am Schluss den Vorzug

Manch einer wunderte sich darüber, dass der scheidende Oczipka gegen Bochum in der Startelf stand, der in Köpenick bleibende Niko Gießelmann nur auf der Bank Platz nehmen durfte. Nicht gerade branchenüblich. Wofür Urs Fischer dennoch eine einfache Erklärung parat hatte. Er wollte seine Freiburg-Sieger unverändert in die Spur schicken. Und da hatte Oczipka im Rahmen der obligatorischen Fischer-Rotation seine Nominierung erhalten.

„Niko hatte vielleicht mehr Spiele. Aber Bastian war immer da, wenn er gefragt war. Basti ist vielleicht ein bisschen defensiver ausgelegt als Niko. Der war eine Spur offensiver, hat ja auch Tore erzielt oder die eine oder andere Vorlage gegeben“, so Trainer Urs Fischer.

Sollte da also Bewegung im Kader entstehen, wäre Oczipka einer der ersten Ansprechpartner für Ruhnert. Jeder weiß ja jetzt, was er am anderen hat.

Lesen Sie hier mehr über den 1. FC Union>>