Robin Knoche – hier im Hinspiel im Duell mit Herthas Dodi Lukebakio – will am Sonntag Revanche für die 1:3-Niederlage im Olympiastadion üben.  Foto: Imago/Contrast/Oliver Behrendt

Mit brisanten Spielen kennt er sich aus. Auch mit Derbys. Da verwundert es nicht groß, dass Robin Knoche vor dem sonntäglichen Duell der Hauptstadtklubs auf seinen eigenen Erfahrungsschatz zurückgreift. „Gut, dass es keine Relegation ist“, so die Einschätzung des gebürtigen Braunschweigers vor dem Duell zwischen dem 1. FC Union und Hertha BSC in der Alten Försterei. Dann wäre wohl noch mehr Öl im Feuer ... 

Nur zur Erinnerung: In der Spielzeit 2016/17 kam es zur Auseinandersetzung zwischen seinem VfL Wolfsburg und dem Ortsnachbarn Eintracht Braunschweig. Mühsam retteten sich die Wölfe in zwei zähen Partien gegen den Zweitligisten. Knoche war mittendrin. 

Die Strecke zwischen dem Olympiastadion und der Alten Försterei ist via Stadtautobahn ungefähr fünf Kilometer länger als der Weg zwischen der VW-Arena und dem Stadion an der Hamburger Straße. Ähnlich größer ordnet er das Haustadtduell ein. „Berlin ist eine Riesenstadt. Da ist es doch normal, dass da ein bisschen mehr Aufmerksamkeit darauf liegt“, so Dauerbrenner Knoche, der als einziger Spieler der Eisernen neben Marvin Friedrich noch keine Sekunde in den Punktspielen gefehlt hat. 

Knoche setzt auf Selbstvertrauen

Dass das bis zum Saisonende so bleiben soll, ist eins seiner Ziele. Nach anderen gefragt, weicht er scherzhaft aus: „Eigentlich wollten wir Deutscher Meister werden. Aber es war uns klar, dass das schwer wird.“ Ob es aber noch für einen internationalen Startplatz reicht, bleibt abzuwarten. Auch wenn man sich darum bemühen wolle ...

Realistischer erscheint da, dass die Köpenicker zum Zünglein an der Waage werden können, wenn es um den Titel oder die Verteilung der Europacupplätze geht. Bis auf Frankfurt müssen alle Klubs, die von höheren Weihen träumen, noch gegen die Fischer-Elf antreten. Da möchte man mindestens Spielverderber werden.  „Wir wissen ja, was wir gegen diese Truppen in der Hinrunde geholt haben“, so Knoche. Nur gegen Leipzig wurde verloren! 

Noch kein Spiel mit Zuschauern erlebt

Doch erst einmal steht ja das Derby im Vordergrund. Und auch wenn Hertha zuletzt gegen Leverkusen gewonnen hat und sich stabilisiert zeigte, sieht Knoche keinen Grund dafür, nicht die drei Punkte anzupeilen. Er würde gerne gewinnen. Vor allem zu null. Aber er würde jedes Ergebnis nehmen, wenn es ihm nur die drei Punkte garantiert.

„Das Selbstvertrauen ist groß bei uns nach der bisherigen Saison. Und dass wir zu Hause gewinnen wollen, ist ja auch klar. Wir haben da einiges geradezurücken, wie Marv (Marvin Friedrich/die Red.) es gesagt hat“, so Knoche, der am Sonntag vor allem eins bedauert: dass die Fans nach wie vor fehlen. „Ich habe noch kein Heimspiel vor Publikum hier erlebt“, so der  1,90 m große Abwehrspieler. 

Wie die Alte Försterei mit Vollauslastung ist, weiß er nur aus der Vorsaison, als die Wölfe mühsam ein 2:2 im Ballhaus des Ostens holten. Das würde Knoche gern noch mal in den richtigen Farben erleben. Ein Jahr hat er dafür noch Zeit. Sein Vertrag läuft bis zum Sommer 2022. Aber auch hier muss man hoffen, dass die Pandemie nicht noch wieder einen Strich durch die Rechnung macht.