Unions Torwart Andreas Luthe mit den lilafarbenen Handschuhen anlässlich des internationalen Tags der Menschen mit Behinderung. imago/Contrast/Oliver Behrendt

Da waren sie wieder, diese Sprechchöre von den Rängen. Doch anders als in den Minuten zuvor, als man im Taumel der Glückseligkeit das Führungstor von Taiwo Awoniyi besungen hatte, waren die stakkatoartigen Luthe-Rufe aufbauender Natur. Denn Unions Schlussmann Andreas Luthe hatte gerade kolossal gefehlt, einen absolut haltbaren Schuss von Leipzigs Christopher Nkunku über die Fingerspitzen hinweg in die Maschen sausen lassen (13). Wodurch die so schwungvoll begonnene Partie der Eisernen gegen den hohen Favoriten aus Leipzig aus den Fugen zu geraten drohte.  

An den Handschuhen habe es aber nicht gelegen, stellte der 34-Jährige sofort klar, der am Purple-Light-Up-Day, dem internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen, eigens in lilafarbenen Handschuhen aufgelaufen war. „Mir haben sie nicht so viel Glück gebracht. Hoffentlich bringen sie den Menschen Glück, die ich damit in den Fokus rücken wollte. Wenn das klappt, bin ich absolut zufrieden“, so Luthe, der die guten Stücke in den kommenden Tagen versteigern wird. 

„Es ist schwierig mit dem Schnee. Das hat uns beide vor Probleme gestellt“, schloss er sein Gegenüber Peter Gulacsi gleich mit ein und freute sich einfach darüber, dass sein Fauxpas die Eisernen keine Zähler gekostet hatte, wie noch jüngst in der Conference League gegen Feyenoord. „Wir haben das Spiel gewonnen. Ich bin unheimlich stolz auf die Mannschaft“, so Luthe hinterher erleichtert. 

Baumgartl ist jetzt quitt mit Luthe

Es ist das Tragische eines Keepers, dass er in der Summe in einem Spiel eigentlich immer weniger Fehler macht als seine Kollegen vor ihm auf dem Feld. Doch wenn er dann mal patzt, macht sich das natürlich ungleich stärker bemerkbar, da es meist einen Gegentreffer nach sich zieht. 

Dem Matchwinner Timo Baumgartl, der mit seinem Abstauber den Köpenickern den Sieg sicherte (57.) und seinen Schlussmann vor einem bitteren Abend bewahrte, wollte Luthe hinterher aber trotzdem keinen extra ausgeben. „Ich hab ja Vertrauen in seine Stärke. Deswegen wusste ich ja, dass da noch was kommt“, scherzte der aus Velbert stammende Keeper.

Auch Baumgartl selber wollte kein großes Gewese um Luthes Fehler machen. „Ich glaube, Andi hat uns schon so viele Punkte gerettet. Jetzt sind wir ja quitt. Das passt alles“, meinte der Siegtorschütze gegen Leipzig.

Bei Union gewinnt man zusammen! Und verliert zusammen!! Als Team!!! 

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