Schiri Patrick Ittrich muss sich mehrfach was von den Union-Kickern anhören.  Foto: City-Press/Matthias Renner

Ein Punkt ist ein Punkt ist ein Punkt. Der 1. FC Union lässt sich mit einem 2:2 (1:1) auch vom VfL Wolfsburg nicht die Butter vom Brot nehmen. Ein umstrittener Handelfmeter sowie die angebliche Behinderung von Wolfsburgs Keeper Koen Casteels bei einer von Christopher Trimmel direkt verwandelten Ecke verhindern die nächste Überraschung der Eisernen. 

Anstatt selber früh in Führung zu gehen - Sheraldo Becker hatte schon Casteels umkurvt und danach aber aus 16 Metern das leere Tor verfehlt (2.) - bekamen die Köpenicker ihre eigene, bittere Medizin verpasst. Schon acht Treffer gelangen ihnen in der Startviertelstunde. Diesmal sorgte der nur 1,70 m große Renato Steffen für die frühe Führung der Gäste (10.), der bei einem Kopfball den zehn Zentimeter längeren Christopher Lenz übersprang. Der Ball landete im Eck, Andreas Luthe, der kurz zuvor schon gegen Yannick Gerhardts Kopfball glänzend reagiert hatte, war diesmal chancenlos.

Ein Rückstand war den Eisernen schon lange nicht mehr passiert. Zuletzt gegen Freiburg Ende Oktober. Und die Gäste kontrollierten zunächst auch weiter das Geschehen.

Was die Eisernen aber nicht groß juckte. Stur spielten sie weiter ihren Stiefel runter, arbeiteten sich Stück für Stück wieder rein in die Partie. Beckers nächster Versuch landete direkt in den Armen von Casteels (19.).  Ein Kopfball von Florian Hübner war noch zu unplatziert (26.), doch dann musste Wolfsburgs Keeper doch hinter sich greifen, als der quirlige Becker das Zuspiel von Marcus Ingvartsen mustergültig zum 1:1 verwertete (29.).

Trimmels Eckentor zählte nicht

Bis zur Pause hätten noch mehr Treffer fallen können. Gegen Gerhardt verhinderte Luthe per Fußabwehr erneut Schlimmeres (42.), auf der Gegenseite setzte Taiwo Awoniyi eine schöne Hereingabe von Trimmel  knapp neben den Pfosten (43.). Und der eigentlich fällige Elfmeterpfiff, als Xaver Schlager gegen Ingvartsen für Tokio 2021 geeignete Qualitäten als medaillenverdächtiger Ringkämpfer unter Beweis stellte, blieb aus. 

Dafür zeigte Schiri Patrick Ittrich (Hamburg) kurz nach Wiederanpfiff auf den Punkt und stellte auch noch Maximilian Arnold  wegen einer Notbremse an Awoniyi vom Platz. Kölns Videokeller kassierte zwar den Strafstoß, weil das Foul vor der Linie war, Rot aber blieb bestehen. Und gejubelt wurde trotzdem, weil Robert Andrich den anschließenden Freistoß cool im Dreiangel versenkte (52.). 

Schade, dass Trimmels direkt verwandelte Ecke nicht zählte. Awoniyi soll Casteels behindert haben. Hart. Dabei ähnelte der Nigerianer in der Szene mehr einem Arbeiterdenkmal, auch wenn er im Fünfer rumstand.

Den Unmut der Hausherren zog sich Schiri Ittrich dann weiter zu, weil er nach einem erneuten Eingriff aus Köln auf Handelfmeter für die Wölfe entschied. Was soll Ingvartsen machen, wenn er aus zwei Metern angeschossen wird? Armamputation?  Wou Weghorst war es schnuppe: Der Niederlädner versenkte den Ball cool im Eck zum 2:2, auch wenn Luthe noch dran war (66.). 

Natürlich wollte Union am Ende mehr. Allein schon wegen der Überzahl. Doch alle Bemühungen fruchteten nicht mehr.