Eiserne Fans auf der Tribüne. Matthias Koch

Niemand mag Montage, doch ist es gut möglich, dass man an der Alten Försterei mit großer Hoffnung auf die beginnende Woche schaut. Denn was sich da bei den Eisernen in den vergangenen Tagen zusammengebraut hat, kann einen harten Schnitt hin zum sportlichen Tagesgeschäft gut gebrauchen.

Denn nichts anderes als ein veritabler Shitstorm plagte die Köpenicker zuletzt, nachdem es einige Besucher des Testspiels gegen Hannover 96 doch gewagt hatten, Fangesänge anzustimmen. Laut Bezirksverordnung ist das seit kurzem verboten, die Eisernen versäumten es jedoch, die Fans darauf hinzuweisen. Jetzt ermittelt das Bezirksamt.

Eine Dummheit, die in den sozialen Netzwerken allerdings ähnlich hochgeschaukelt wurde, wie die Bilder einiger Fans, die beim 4:0 gegen den Mainz Arm in Arm gejubelt hatten. Plötzlich gelten die Eisernen als Corona-Relativierer, ihr Status als „Kult-Klub“, den sie ohnehin nie gewollt haben, wird ihnen links und rechts um die Ohren gehauen. Und vor allem: Ihre Vorstöße zu einem sicheren Stadionerlebnis, trotz Corona, werden in den Dreck gezogen.

Dabei waren Präsident Dirk Zingler und der Verein stets bemüht, zu betonen, dass es ihnen nicht um eine Extrawurst, sondern um einen konstruktiven Beitrag zur Rettung der Veranstaltungsbranche gehe. Davon will aber keiner mehr etwas wissen, was zählt, ist der Aufreger. Auch deshalb denkt man in Köpenick völlig zu recht: Wird Zeit, dass wieder gekickt wird.