Fans und Spieler von Union feiern nach Abpfiff vor der Haupttribüne das Ende einer genialen Saison.  Matthias Koch

Der Tag danach in Köpenick. Glückliche, aber müde Gesichter bei den Union-Bossen. Auch wenn die Feierlichkeiten nicht ausufernd gewesen waren, wie Trainer Urs Fischer glaubhaft betonte. Und getreu dem Motto „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, haben die Köpenicker die Planungen für die Sommerpause und darüber hinaus festgezurrt. 

Denn natürlich steht jetzt, nach dem 2:1 gegen Leipzig und der damit verbundenen Qualifikation für die neue Conference League, auch die Frage im Mittelpunkt, wie die Eisernen das Abenteuer Europa angehen werden. Erst einmal heißt es abtreten in den Urlaub. Erst am 28. und 29. Juni müssen die eisernen Profis in der Stadt zum obligatorischen Medizincheck wieder antreten.

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Durchgeimpft übrigens. Denn nachdem Berlin die Impfreihenfolge aufgehoben hat und Betriebsärzte den rettenden Piks setzen dürfen, haben die Köpenicker ihr Team gegen das Corona-Virus spritzen lassen. In den beiden Trainingslager. (1. bis 4. Juli in Bad Saarow, 18. bis voraussichtlich 26. Juli in Tirol) sollen auch mögliche Neuzugänge immunisiert werden.

Union will nicht kampflos ins Olympiastadion

Von größerer Bedeutung aber für die Eisernen ist wohl die Frage, wo sie ihr Playoff-Heimspiel zur Conference League – Auslosung am 2. August – austragen dürfen. Und unter welchen Bedingungen.

Laut Uefa-Regularien müssen internationale Kicks in reinen Sitzplatzarenen ausgetragen werden. Die Alte Försterei verfügt ja nicht einmal über 4000 Plätze. Und doch will sich Präsident Dirk Zingler dafür starkmachen, dass dort in der Qualifikation (19. oder 26. August) zur und in der Gruppenphase gekickt werden darf.

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„Wenn wir in Europa spielen, müssen wir uns an die Regeln halten. Wir werden natürlich versuchen, unser Spiel in der Alten Försterei zu spielen. Wir sind auf der Suche nach Präzedenzfällen und werden mit der Uefa sprechen. Sie muss doch daran interessiert sein, dass sie die Teilnehmer für diesen neue Wettbewerb nicht dazu zwingt, ihre Stadion zu verlassen. Sonst würde das keinen Sinn machen für die kleineren Vereine und Verbände, für die die Conference League ja geschaffen wurde“, so Zingler. Einen Umzug ins Olympiastadion schloss er nicht aus, sieht ihn aber nur als Ultima Ratio. 

Wir konnten das nicht verhindern.

Dirk Zingler zur wilden Party nach dem Leipzig-Kick

Nicht ganz glücklich zeigten sich die Eisernen übrigens über die nicht ganz coronakonform gelaufenen Feierlichkeiten nach dem Sieg gegen Leipzig, bei der mehrere Tausend Unionfans dicht gedrängt vor der Haupttribüne ihrer Freude freien Lauf gelassen hatten und damit kontraproduktiv zum zuvor vorbildlich durchgeführten Pilotprojekt im Stadion mit 2000 Zuschauern gehandelt hatten. „Das war alles abgesprochen mit der Polizei. Wir wussten ja, dass Menschen kommen. Wir haben das gemeinsam entschieden und uns bemüht, es weitestgehend zu organisieren“, meinte Zingler. Die Folgen werde man nun zu tragen haben. Sanktionen könnten von der Stadt und der DFL kommen. 

Unionfans feiern sich und ihr Team nach dem Sieg gegen Leipzig. 

Quelle. youtube.com/Mathias Bunkus

Man habe sozusagen den Druck aus dem Kessel nehmen wollen und auf dem Parkplatz ja auch wesentlich mehr Raum gehabt als auf den engen Waldwegen. „Verhindern konnten wir das nicht. Die Menschen wären nicht weggegangen, die hätten sich Zugang verschafft, um mit der Mannschaft zu feiern. Wir haben das versucht, zu kanalisieren. Es war nicht alles so super, aber wir sind nicht leichtfertig mit der Situation umgegangen“, so Zingler.